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»Dass es eine heftige Rolle ist, wusste ich – aber ich hatte keine Ahnung, wie heftig«
Moderatorin Meis als Medienfrau in »Friesenjunkies«: Exzess in Sylter Klinik
Sylvie Meis fühlte sich in ihrer ersten Hauptrolle in einer TV-Serie mit ihrem Schamgefühl konfrontiert. »Friesenjunkies« ist eine irre Comedy über eine Sylter Entzugsklinik, in der nicht alles immer streng nach Drehbuch lief. Meis musste sich dafür zu einer Selbstbefriedigungsszene überwinden. »Dass es eine heftige Rolle ist, wusste ich – aber ich hatte keine Ahnung, wie heftig«, sagte die 48-jährige Moderatorin der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.
»Friesenjunkies« Emil Belton, Otto Waalkes, Sylvie Meis, Oskar Belton (v. l.)
In der tragikomischen ARD-Serie erzählen die Regisseure Emil und Oskar Belton von Abhängigkeit, Selbstfindung und Freundschaft. Schauplatz ist eine fiktive Entzugsklinik auf Sylt, in der ein hochkarätiges Ensemble gegen Dämonen kämpft. Bei Meis’ Rolle, der Medienprominenten Madison, ist es Medikamentenabhängigkeit.
Halb Rehab-Romedy und halb Klinik-Kifferklamauk, erreiche die Serie mit dieser Mischung »zwischen Komasaufen und Liebeskummer zuweilen eine unerwartete Schönheit und Tiefe«, urteilte SPIEGEL-Redakteur Christian Buß über »Friesenjunkies«.
»Wir haben viel improvisiert, aber es gab ein Drehbuch, und die Masturbationsszene stand drin. So was habe ich wirklich noch nie gespielt«, sagte Meis. »Es war absolut neu für mich. Aber es passte zur Rolle – und ich fand es auch spannend«, so die Moderatorin. »Die Hauptsache für mich war: Es ist keine Nacktszene. Ich ziehe mich vor der Kamera nicht aus. Und das war auch nicht nötig.«
Darauf angesprochen, dass die Rolle ein Bruch mit ihrem disziplinierten Image sei, sagte Meis: »Ich musste mich schon überwinden. So was schafft Anerkennung in der Branche, aber man muss sich auch erst mal trauen, das zu spielen.« Der eine oder andere werde sich vielleicht wundern. »Moderatorin zu sein, ist eben anders, als Schauspielerin zu sein.«
Die Moderationserfahrung habe ihr auch geholfen, gerade weil viel improvisiert worden sei. »In der Serie spiele ich viel mit Martin Brambach. Der hat mir dazu ein schönes Kompliment gemacht«, erzählte Meis. »Er meinte: Was immer er in seiner Rolle als hochemotionaler Alkoholiker auch angestellt hat, ich hätte jedes Mal perfekt reagiert. Logisch, vor laufender Kamera auf absoluten Wahnsinn reagieren – das kann ich.«
Die gebürtige Niederländerin lebt in Hamburg und war von 2005 bis 2013 mit dem Fußballer Rafael van der Vaart verheiratet. 2020 heiratete sie den Künstler Niclas Castello. 2023 gab das Paar seine Trennung bekannt. Sie moderiert die Realityshow »Love Island VIP« bei RTLzwei, im Stream bei RTL+.