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Guild Wars 3: Das Erbe von Teil 2 ist die beste Erfolgsgarantie für die MMO-Fortsetzung
ArenaNet setzt bei der Fortsetzung auf bewährte Tugenden wie horizontale Progression und zeitloses Art-Design, um der MMO-Konkurrenz zu trotzen.
Das diesjährige Summer Game Fest war vollgepackt mit großartigen Enthüllungen. Für mich persönlich war Guild Wars 3 jedoch eine der größten Überraschungen überhaupt. Es gab zwar schon vorher Gerüchte über seine Existenz und hier und da ein paar vereinzelte Stellenausschreibungen, aber das Spiel tatsächlich auf der großen Bühne zu sehen, war für alle MMO-Fans eine riesige Sache.
Aber warum eigentlich? Was ist so besonders daran? Um zu verstehen, warum ihr Guild Wars 3 unbedingt auf dem Radar haben solltet, müsst ihr euch ansehen, warum Guild Wars 2 fast 15 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung immer noch eine feste Größe im Genre ist. Warum hat dieses Spiel die Zeit überdauert, während so viele andere in der Versenkung verschwunden sind?
"Das Wichtigste ist wohl, zu verstehen, dass diese Langlebigkeit nicht das Ergebnis eines einzigen großen Kurswechsels, Features oder gar einer bestimmten Erweiterung ist", erzählte mir Joshua Davis, Game Director von Guild Wars 2. "Ich glaube eher, dass es das Zusammenspiel früher Design-Entscheidungen ist, die außergewöhnlich gut gealtert sind und sowohl 2012 als auch heute noch absolut ins Schwarze treffen."
Davis verweist auf eine Philosophie, die die Zeit der Spieler respektiert. Das zeigt sich in der horizontalen Progression, statt die Spieler ständig dazu zu drängen, mit neuen, mächtigeren Inhalten Schritt zu halten. "Wer ein anderes MMO spielt, investiert anfangs viel Zeit. Wenn man sich dann entscheidet, eine Weile etwas anderes zu spielen, entsteht oft eine Art psychologische Barriere vor der Rückkehr, oder? Besonders, wenn neue Inhalte erscheinen. Man denkt sich: 'Oh Mann, alles, was ich erreicht habe, ist jetzt wertlos. Ich muss erst mal richtig schuften, um überhaupt wieder Spaß am Spiel zu haben.'"
Colin Johanson, Studioleiter bei ArenaNet, schlug auf der IGN Live nach dem Debüt von Guild Wars 3 beim Summer Game Fest in dieselbe Kerbe. Er betonte, dass man die Spieler bei der Fortsetzung nicht als "Geiseln" halten wolle. Guild Wars 2 ist bei all seinen Vorzügen ein Spiel, das man getrost beiseite legen und zu dem man später zurückkehren kann, ohne direkt unter FOMO (der Angst, etwas zu verpassen) zu leiden. Mein legendäres Gewehr – Predator –, das ich vor zehn Jahren hergestellt habe, ist immer noch da und heute noch genauso stark wie damals. Laut Davis wurde Guild Wars 2 als "das liebste Zweitspiel aller Zeiten" konzipiert – und genau deshalb ist es bis heute eine tragende Säule des Genres.
Wer ein Guild-Wars-Spiel startet, bekommt durchweg fantastisches Art-Design geboten. Besonders Guild Wars 2 besticht von Anfang an durch seinen malerischen Pinselstrich-Stil und lebendige Regionen in einer riesigen Welt. Es ist über ein Jahrzehnt her, aber die Baumgrenzen-Fälle oder die Grasgrüne Schwelle beeindrucken noch heute. Bisher haben wir zwar nicht viel von Guild Wars 3 gesehen und das gezeigte In-Engine-Material erntete bereits einiges an Kritik. Dennoch ist ein gewisser vorsichtiger Optimismus angebracht. Immerhin hat schon Guild Wars 2 bewiesen, dass visuelle Ästhetik wichtiger ist als das Hinterherjagen nach technischen Trends.
"Es gibt ein paar grundlegende Philosophien aus unserer Anfangszeit, die die Zeit überdauert und uns dabei geholfen haben, diese ganz eigene Identität zu erschaffen", sagt Aaron Coberly, Lead Character Artist von Guild Wars 2.
Er fährt fort: "Eines der Dinge, die unser ursprünglicher Art Director Daniel Dociu fest verankern wollte, war, dass wir niemals bloß Technologie hinterherjagen. Das hier ist schließlich kein Technologie-Experiment. Wir schauen uns nicht einfach an, was gerade angesagt ist, werfen es ins Spiel und sagen: 'Na ja, sieht vielleicht nicht perfekt aus, aber hey, es ist der neueste Schrei.' Uns ging es immer darum, dass das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, auch funktioniert. Es muss v