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Disclosure Day: Bei Spielbergs bisher schlechtestem Film wäre ich fast aus dem Kino gerannt
Ohne die Magie von E.T., aber mit kitschigem Zeigefinger lehrt uns dieser müde Thriller, dass wir lieb zueinander sein sollten.
Steven Spielbergs aktueller Film dreht sich um die Tatsache, dass Außerirdische real sein könnten und seit vielen Jahren die Erde besuchen, während diese Informationen aber vor dem Großteil der Menschheit geheim gehalten wurden. Emily Blunt, Josh O’Connor und Eve Hewson spielen die Protagonisten, während Colin Firth den Gegenspieler mimt. Der Soundtrack stammt einmal mehr John Williams.
Dass sich Spielberg immer wieder mal zu sehr in Kitsch und Pathos verrennt, ist nun wahrlich nicht neu. Always, Amistad und ein paar weitere seiner Filme haben das immer wieder mal gezeigt – nur ist keiner davon dermaßen tief und vor allem dauerhaft in einer belehrenden Gutmenschen-Pädagogik versunken wie das mit Disclosure Day geschieht. Wobei es seinem aktuellen Film zu allem Überfluss auch noch daran mangelt, spannend oder zumindest in Actionszenen mal so richtig cool zu sein. Mit anderen Worten: Noch nie war ich dermaßen enttäuscht von einem Film eines der brillantesten Regisseure seiner Zeit.
Ich will gar nicht damit anfangen, dass Spielberg womöglich sein Mojo verloren oder seinen Zenit längst überschritten hat. Das würde viel zu weit führen und tut genau genommen auch nichts zur Sache. Ich komme allerdings nicht um die traurige Erkenntnis herum, dass Disclosure Day nichts, aber auch wirklich gar nichts von der Magie in sich trägt, die Filme wie E.T. oder Unheimliche Begegnung der dritten Art ausgezeichnet hat.
Muss er vielleicht auch nicht, jedenfalls nicht in der gleichen Art wie es diese fantastischen Abenteuer getan haben. Immerhin geht es diesmal nicht um die Faszination an oder das Träumen über Außerirdische. Im Mittelpunkt steht vielmehr ein relativ geerdeter Thriller um das Aufdecken der Informationen, die bislang vor uns geheim gehalten wurden. Er habe Geheimnisse gestohlen, sagt Cybersicherheits-Experte Daniel Keller im Trailer schon zu seiner Freundin, und: „Die Menschen haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.“
Ob es ein Zufall ist, dass die Meteorologin Margaret Fairchild in etwa zur gleichen Zeit in einer den Menschen unbekannten Sprache spricht, als sie für ihren lokalen Fernsehsender die Wettervorhersage aufnimmt? Auf jeden Fall sind die beiden deshalb schon bald auf der Flucht vor einer Wardex genannten Regierungseinrichtung unter der Führung von Noah Scanlon – jener Einrichtung, die all diese Geheimnisse jahrzehntelang geheim hielt und sie gerne weiter unter Verschluss halten würde.
So weit, so bodenständig. Was dem Film nun aber fehlt, das ist so etwas wie Spannung in diesem ständigen Davonlaufen oder wenigstens das Aufregende cooler Verfolgungsszenen. Ich will gar nicht sagen, dass nichts davon vorhanden ist. Mit viel Routine erzählen Spielberg und vor allem Janusz Kaminski, der ihn schon seit etlichen Jahren als Kameramann begleitet, die Geschichte mit einer auffallend agilen Kamera, die gefühlt ständig in Bewegung ist. Spielbergs schnittfreier Perspektivwechsel von einem Charakter zum nächsten ist ebenso dabei wie zahlreiche Drehungen um eine oder mehrere Figuren.
Überraschende oder gar ikonische Einstellungen gelingen den beiden diesmal allerdings nicht. Man hat das Gefühl, das alles schon genau so gesehen zu haben. Dazu fehlt den Aufnahmen ein Aha-Effekt wie bei Indiana Jones oder ein Motiv, das hängenbleibt. Einzige Ausnahme ist ein cleverer Schnitt auf bunte Zerealien gleich zu Beginn des Films.
Wenn das nur alles wäre. Dass jüngere Regisseure mit einer durchaus verwandten Bildsprache – J.J. Abrams fällt mir ein – schwungvoller inszenieren: geschenkt. Ich war allerdings entsetzt, wie hanebüchen manche Szenen in Disclosure Day wirken. Dass ein hinterherfahrendes Auto bei verblüffend langsamer Fahrt auf einen Randstein robbt, um in aller Ruhe umzukippen und seinen Kollegen die Fahrbahn zu versperren, war da noch das kleinste Problem. Dass die Wardex-Truppe anschließend abe