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KI im Wahlkampf in Israel: "Wählermanipulation in nie dagewesener Art."
Israel befindet sich im Wahlkampf, und erstmals prägt auch KI die Kampagnen. Forscher befürchten nicht nur einen Einfluss auf das Wahlverhalten, sondern auf die Akzeptanz des Wahlergebnisses.
Netanjahus Wahlkampfgegner Gadi Eisenkot Arm in Arm mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Israelische Soldaten hissen die palästinensische Fahne. "In Eisenkots Regierung wird ein palästinensischer Staat gegründet", heißt es im Video, das das Team von Israels rechtem Finanzminister Bezalel Smotrich mit künstlicher Intelligenz erschaffen hat. Es ist völlig frei erfunden.
Von Eisenkots Beschwerde bei der zentralen Wahlaufsichtsbehörde Israels bekommt kaum jemand etwas mit, das Video aber geht viral.
Mit KI erzeugtes Video auf dem Account von Israels Finanzminister Smotrich.
Das sei es, was bei den Wählern hängen bleibt, warnt die einflussreiche KI-Expertin Tehilla Shwartz Altshuler gegenüber der ARD. "Vor sechs Monaten dachten wir, wir können KI-Videos erkennen, weil jemand sechs Finger hat, das ist vorbei. Die Flut an Informationen ist so groß, dass uns die Zeit fehlt, zweimal hinzuschauen", so die Forscherin.
Altshuler untersucht den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Wahl in Israel und warnt, dass echte von KI-generierten Wahlkampfinhalten kaum noch zu unterscheiden seien. "Was mir am meisten Sorge macht, ist, was passiert, wenn nach KI-generierten Wahlkampagnen die Hälfte des Landes nicht an das Wahlergebnis glaubt." Wenn Israelis dem Wahlergebnis nicht vertrauen, sei das eine echte Gefahr für die Demokratie. Unruhen und Chaos könnten die Folge sein.
Israels Präsident Izchak Herzog rief Bevölkerung und Wahlkandidaten bereits auf, Ausschreitungen vor den Wahlen zu vermeiden. Die Wahl sei kein Bürgerkrieg, appellierte Herzog.
Premier Netanjahu kämpft um eine weitere Amtszeit.
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Es ist das erste Mal in Israels Geschichte, dass ein Wahlkampf mit KI geführt wird. Israels Sicherheitsbehörden sorgten sich vor allem vor ausländischer digitaler Einflussnahme auf die Wahl am 27. Oktober, sagt Daniel Jacobs vom Büro der Ombudsstelle Israels. Die unabhängige Institution macht auf staatliche Missstände aufmerksam und bemängelt, Israels Behörden hätten sich und die Bevölkerung nicht genügend auf den Einfluss von KI auf die Wahlen vorbereitet. "Akteure wie der Iran versuchen im Web, mit Falschinformationen eine hohe Reichweite zu erzielen." Ziel des Mullah-Regimes sei es, die israelische Gesellschaft weiter zu spalten.
Diese Kampagnen können Wähler verwirren oder entmutigen, wählen zu gehen. Jacobs warnt nicht nur vor Falschinformationen im Netz, sondern vor Netzwerken von Bots und falschen Internetkonten, die ihre wahre Identität verbergen. Die Ombudsstelle forderte die Regierung auf, eine Website zu schaffen, wo die Öffentlichkeit KI-Verstöße melden kann. Passiert ist bislang nichts.