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Myanmar: Aung San Suu Kyis Familie fordert Lebenszeichen
In Myanmar ist Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi angeblich aus der Haft an einen anderen Ort verlegt worden. Doch mehr Informationen gibt die Junta nicht heraus. Ihre Familie ist in großer Sorge.
Bis zum Militärputsch vor fünf Jahren hatte sich Myanmar unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi nach außen geöffnet und war auf dem Weg in Richtung Demokratie. Seitdem versinkt das Land in Südostasien aber in Chaos und Gewalt. Mit einer umstrittenen Wahl Anfang des Jahres wollten die Militärs ihre Machtergreifung legitimieren. Wo steht das Land heute, ein halbes Jahr später, und wie geht es Aung San Suu Kyi, die direkt nach dem Putsch vor fünf Jahren inhaftiert wurde?
Niemand weiß, wo die ehemalige Regierungschefin von Myanmar festgehalten wird und ob die 81-Jährige überhaupt noch lebt. Nicht mal ihr Sohn Kim Aris: "Ich muss seit Jahrzehnten damit leben, von meiner Mutter getrennt zu sein, aber die letzten fünf Jahre waren die schwierigsten", erzählt er dem ARD-Studio Singapur in einem Video-Call.
Ende April hieß es überraschend im Staatsfernsehen, Aung San Suu Kyi sei aus dem Gefängnis in der Hauptstadt Naypyidaw entlassen worden. Sie verbringe den Rest ihrer langjährigen Haftstrafe an einem anderen Ort. Aber weder ihre Anwälte und Berater noch ihr Sohn Kim Aris haben Zugang zu ihr. Das letzte Mal, dass er sie gesprochen habe, sei mehr als fünf Jahre her, wenige Tage vor dem Militärputsch. "Sie wusste, dass irgendwas passieren wird, dass etwas bevorstand", sagt er.
Die Gefängnisstrafe der Nobelpreisträgerin Suu Kyi wurde in Hausarrest verwandelt - und weiter gekürzt.
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Mit dem Putsch von 2021 entmachtete das Militär die gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi und inhaftierte die Führungsriege. Das löste landesweite Proteste und einen anhaltenden Bürgerkrieg aus. Rund 100.000 Menschen sind bereits ums Leben gekommen, Millionen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Wer sich kritisch äußert, landet schnell im Gefängnis.
Das ARD-Studio Singapur hatte die Chance, mit einer dieser politischen Gefangenen zu sprechen. Die Frau, Anfang 50, wurde erst vor Kurzem aus der Haft entlassen. Zu ihrem Schutz wird die Gesprächspartnerin nicht beim Namen genannt. Besonders die Wochen im Verhörzentrum bekommt sie nicht aus ihrem Kopf: "Ich erinnere mich, wie sie mich stundenlang geschlagen haben. Es waren zwei oder drei Männer, sie hatten viel Alkohol getrunken, das konnte ich riechen. Sie hatten sich daher nicht unter Kontrolle und sie waren sehr unzufrieden mit meinen Antworten."
Auch der frühere Präsident Win Myint darf das Gefängnis verlassen. Was wird mit Aung San Suu Kyi?
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Während des Telefonats sitzt sie zuhause in Myanmar. Nach knapp drei Jahren ist sie vor kurzem bei einer Massenentlassung aus dem Gefängnis freigekommen. Sie darf ihren Heimatort nicht verlassen, ohne sich bei den Behörden zu melden. Bis zu ihrer Verhaftung war sie international unterwegs, eine wichtige Stimme für die Demokratie in Myanmar.
Sie sei traumatisiert von ihrer Zeit im Gefängnis, der Gewalt, dem Leben auf weniger als einem Quadratmeter, ohne Matratze oder Kissen zum Schlafen. Dennoch gehe es ihr besser als der ehemaligen Regierungschefin Aung San Suu Kyi. "Sie ist einsamer als ich. Ich war in einem Raum mit Freunden, mit vielen anderen politischen Gefangenen. Aber sie ist in Einzelhaft, allein. Ich hoffe, dass sie noch lebt. Wir alle hoffen das", sagt sie.