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Tücken mit geteilten Chats: Private Claude-Sitzungen tauchen in Google auf
Weil Anthropic die geteilten Chatsitzungen nicht ausreichend absicherte, waren Chatverläufe über die Google-Suche und Bing öffentlich abrufbar. Der Grund war laut einem Bericht von Wired der fehlerhafte Einsatz der Robots.txt-Datei, mit der Anthropic die Crawler der Suchmaschinen eigentlich blocken wollte.
Hunderte Fälle sammelten Reddit-Nutzer in den letzten Tagen. Entdeckt wurden sie, indem Nutzer gezielt mit dem Befehl „site:claude.ai/share“ nach geteilten Claude-Chats suchten. Die Inhalte wirkten vertraulich und nicht, als seien sie für eine breite Öffentlichkeit gedacht. So ging es etwa um die Frage, welcher Partei ein Nutzer beitreten sollte, erotische Rollenspiele oder Lebensläufe für Bewerbungen.
Dass solche Inhalte in Google und Bing auftauchen, sollte per Robots.txt-Eintrag verhindert werden. Das ist der Standardweg, um den Web-Crawlern der Suchmaschinenbetreiber mitzuteilen, dass sie bestimmte Inhalte nicht erfassen sollen. Bei Claude sind laut dem Bericht von Wired mindestens seit September 2025 die geteilten Chats per Robots.txt-Eintrag gesperrt, das verraten Snapshots aus der Wayback Machine.
Erstaunlich ist nun, dass dieser Eintrag allein offenbar nicht ausreicht. Laut der technischen Dokumentation von Bing können Web-Dienstbetreiber den Web-Crawler mit der Robots.txt blockieren, sollten auf einzelnen Seiten aber noch einen „noindex“-Tag hinzufügen. Ähnlich ist es bei Google. Der Konzern erklärt im Developer Guide, die Robots.txt-Anweisung werde ignoriert, wenn eine Seite anderswo im Netz verlinkt wird; in diesem Fall ist auch ein „noindex“- Tag oder „x-robots-tag“ im Response-Header erforderlich.
Zwar crawlt oder indexiert Google die von der robots.txt-Datei blockierten Inhalte nicht, aber es ist dennoch möglich, dass nicht zugelassene URLs gefunden und indexiert werden, wenn von anderen Orten im Internet auf sie verwiesen wird. Aus diesem Grund können die URL und eventuell andere öffentlich verfügbare Daten, wie der Ankertext im Link zu einer Webseite, weiterhin in den Google-Suchergebnissen erscheinen. Wenn du verhindern möchtest, dass deine URL in den Suchergebnissen von Google erscheint, kannst du die Dateien auf deinem Server mit einem Passwort schützen, das meta-noindex-Tag oder einen entsprechenden Antwortheader verwenden oder die Seite vollständig entfernen.
Wie Wired bei analysierten Claude-Chatsitzungen feststellte, fehlte dort der „noindex“-Tag. Teile der Chatverläufe waren aber zur Veröffentlichung des Berichts bereits nicht mehr abrufbar. Google oder Anthropic hatten also schon reagiert, während man bei Bing gestern noch Inhalte abrufen konnte. Stand heute tauchen diese ebenfalls nicht mehr in der Suche auf.
Kern des Problems war also, dass Anthropic die privaten Chatverläufe nur über die Robots.txt sperren ließ. So erfasste der Crawler nicht den Inhalt. Wenn die URL anderswo im Netz erschien, konnte diese aber trotzdem im Suchindex und damit in den Suchergebnissen landen.
Ob geteilte Chatsitzungen im Suchindex landen, ist laut Google die Entscheidung von Anthropic. „Weder Google noch andere Suchmaschinen kontrollieren, welche Seiten im Web veröffentlicht werden. Und diese Seiten werden von mehreren Suchmaschinen indexiert“, sagte eine Google-Sprecherin auf Anfrage von Wired. Google gebe den Webdienst-Betreibern klare Kontrollmechanismen, sodass diese selbst bestimmen können, ob Inhalte vom Crawler erfasst werden oder im Index landen.
Anthropic versucht derweil, die Verantwortung in Richtung der Nutzer zu verschieben. Auf Anfrage von Wired wollte man nicht erklären, warum kein „noindex“-Tag verwendet worden ist. Gegenüber der BBC sagte eine Sprecherin aber, Nutzer könnten selbst entscheiden, ob sie Inhalte aktiv teilen. Die entsprechenden Links wären so zufällig generiert, dass Dritte diese nicht erraten oder durch Ausprobieren finden können. Nutzer müssten also selbst handeln.
„Wenn jemand ein Gespräch teilt, machen diese Person es öffentlich zugänglich; und wie andere öffentliche Web-Inh