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Personalumbau in der CDU: Merz hat jetzt keinen Schutzschild mehr
In der Fraktionssitzung machten die Unionsabgeordneten ihrem Unmut Luft. Merz' Personalumbau scheint zwar zu besänftigen - aber der Kanzler hat jetzt ein Instrument verbraucht, das ihm bald fehlen könnte.
Es gibt diese Sätze, die Friedrich Merz in seiner langen CDU-Karriere immer wieder mit fester Überzeugung gesagt hat: "Ich kenne diese Partei!" Oder auch: "Ich verstehe diese Partei!" Im besten Fall hat Merz in den vergangenen Tagen gelernt, dass das doch nicht ganz zutrifft.
Er selbst stellt das jedenfalls als Lerneffekt nach dieser turbulenten Zeit dar: "Es wird ein Schwerpunkt meiner Arbeit drauf liegen zu gucken, dass wir zwischen Bundesregierung, Fraktion und Partei eine gute Kommunikation machen, die mehr erklärt, mehr vermittelt."
So sagte der Kanzler es nach der Sonderfraktionssitzung der Union im Bundestag, die heute seinen Vertrauten Thorsten Frei zum Fraktionschef gewählt hat.
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29.07.2026
Diese entscheidende Sitzung dauerte länger als geplant. Es meldeten sich etliche Abgeordnete, um den Unmut an der Basis zu schildern oder den Stil des Kanzlers zu rügen. Das sind - so paradox es klingt - gute Signale: Die Union, eigentlich bekannt als disziplinierter Kanzlerwahlverein, weiß offenbar, dass sie mit dem Kanzler jetzt Klartext sprechen muss, dass Schönreden nichts bringt.
Er habe "selten so eine wirklich schlechte Stimmung wahrgenommen", sagte Mathias Middelberg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender in die Kameras. Er klingt fast drohend: "Mit einer Fraktionssitzung ist es da nicht getan."
Die CDU müsse Ostdeutsche stärker nach vorn stellen, da gebe es "Luft nach oben", kritisierte Sepp Müller, ebenfalls Fraktionsvize der Union. Man traut sich, das alles auszusprechen - obwohl Merz dafür bekannt ist, Kritik und vor allem öffentliche Widerworte nie zu vergessen und irgendwann zu bestrafen.
Kommentar
29.07.2026
Die 91 Prozent für Thorsten Frei sind ein Erfolg für Frei, nicht für den Kanzler, meint Georg Schwarte.
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