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EU-Digitalisierungsbericht 2026: Deutschland kommt nur mühsam voran
Trotz neuer politischer Dynamik und Fortschritten bei KI offenbart der Report zur digitalen Dekade anhaltende Strukturprobleme bei Glasfaser und Verwaltung.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Es ist ein gewohntes Bild mit leichten Nuancen, das der Nationenbericht 2026 der EU-Kommission zur digitalen Dekade für Deutschland zeichnet. Zwar stieg die Glasfaserabdeckung bis ins Gebäude alias Fibre to the Premises (FTTP) von mageren 36,8 Prozent im Jahr 2024 auf 43,98 Prozent im vorigen Jahr an. Doch der europäische Zug rast in einem völlig anderen Tempo davon: Der EU-Durchschnitt liegt hier mittlerweile bei beachtlichen 74,13 Prozent.
Damit belegt Deutschland im europaweiten Vergleich weiter den vorletzten Platz. Ein besonderes Problem stellt die letzte Meile dar: Selbst wenn die Leitungen in der Nähe der Häuser liegen, scheitert es oft am eigentlichen Anschluss. Zugleich agieren deutsche Verbraucher weiter zurückhaltend: Die aktive Nutzungsquote der verfügbaren Glasfaseranschlüsse verharrt bei rund 25 Prozent. Bestehende Kupfer- und Kabelnetze scheinen den aktuellen Bedarf vieler Nutzer noch zu decken, weshalb hohe Kosten und die Angst vor Wechselkomplikationen den Technologiewechsel bremsen.
Auch bei Gigabitnetzen insgesamt, also sämtlichen Anschlüssen mit sehr hoher Kapazität, hinkt die Bundesrepublik erneut den europäischen Marken hinterher. Konnten im Vorjahresbericht noch gut 77 Prozent der Haushalte auf solche Geschwindigkeiten zugreifen, stieg der Wert im aktuellen Erfassungszeitraum lediglich auf 79,86 Prozent. Der EU-Schnitt rangiert bei über 85 Prozent.
Etwas erfreulicher lesen sich die Statistiken im Mobilfunk. Bei der grundlegenden 5G-Abdeckung liegt Deutschland mit 99,47 Prozent sogar über dem europäischen Schnitt von 96,79 Prozent. Doch der Teufel steckt im Detail: im für die Industrie wichtigen Band zwischen 3,4 und 3,8 Gigahertz. Diese 5G-Frequenzen bieten einen guten Kompromiss aus Reichweite und hoher Datenkapazität, was für Anwendungen wie das industrielle Internet der Dinge entscheidend ist. In diesem Spektrum erreicht Deutschland nur eine Abdeckung von 54,43 Prozent, während Europa im Schnitt bei knapp 75 Prozent angekommen ist.
Die Kommission mahnt: Die größte Herausforderung der EU bei der Digitalisierung bestehe darin, Resultate mit echter Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Beständigkeit zu liefern. Die Ziele sehen eine erschwingliche und schnelle Netzanbindung überall und für alle – mit Glasfaser und der aktuellen Mobilfunkgeneration – bis 2030 vor. Die Bundesregierung hat diese Vorgabe in ihre Gigabitstrategie übernommen.
Die digitale öffentliche Verwaltung bleibt derweil das Sorgenkind der Nation. Die Kommission konstatiert zwar, dass die Einrichtung des Ministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) einen gewissen Schub erzeugt habe. Dennoch spiegeln die Zahlen die hartnäckige Realität des Föderalismus wider. Bei den digitalen Diensten für Bürger sank der deutsche Wert sogar leicht um ein Prozent auf 78,11 von 100 möglichen Punkten, was spürbar unter dem EU-Schnitt von 84,64 bleibt. Für Unternehmen sieht es mit 77,76 Punkten kaum besser aus.
Die Kommission legt offen, woran es krankt: Das einst gelobte „Einer für Alle“-Prinzip (EfA) scheitere oft an fehlenden übergreifenden Standards sowie an einer extrem fragmentierten IT-Landschaft über mehr als 11.000 Kommunen hinweg.
Ein Knackpunkt ist auch der Einsatz der elektronischen Identität (eID), die hierzulande mit dem Personalausweis verknüpft ist. Mit einer Nutzungsquote von nur 15 Prozent liegt Deutschland auf dem viertletzten Platz auf dem Kontinent. Der EU-Durchschnitt beträgt 52 Prozent. Hoffnungen ruhen nun auf standardisierten Lösungen wie dem Deutschland-Stack und der europäischen digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet).