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Kampf gegen Dengue in Brasilien: 190 Millionen Mücken pro Woche
Brasilien sagt der Gelbfiebermücke den Kampf an. Denn sie überträgt Dengue, eines der größten Gesundheitsprobleme des Landes. Helfen soll die Zucht von Mücken, die ein ganz bestimmtes Bakterium in sich tragen.
Um die Übertragung von Dengue-Viren einzudämmen, hat Brasilien die Zucht von speziellen Mücken im großen Stil erlaubt. Das geschieht zum Beispiel in einer "Mückenfabrik", wie die Betreiberfirma die Anlage in Campinas nahe São Paulo nennt. Es handelt sich um ein Labor mit sterilen Zucht- und Bruträumen für Mücken.
Die Gelbfiebermücken, die hier gezüchtet werden, tragen ein Bakterium in sich: Wolbachia, und zwar bestimmte Stämme dieses Bakteriums. Forscher haben sie den Mücken quasi eingepflanzt, so Natália Ferreira, die Geschäftsführerin der Anlage der Firma Flyttr. "Wenn wir Wolbachia auf die Mücke übertragen, vermehrt es sich in dem Insekt. Und zwar an den Stellen, an denen sich sonst Dengue-Viren vermehren würden", erklärt die Wissenschaftlerin.
Pro Woche kann das Labor bis zu 190 Millionen Mücken züchten. In kleinen Kisten werden die Eier verpackt und verschickt.
Das Verfahren sorge dafür, dass die Last an Dengue-Viren in der Mücke sinke und es somit unwahrscheinlicher werde, dass sie das Virus an den Menschen übertragen könne. "Das Bakterium ist also so etwas wie ein Impfstoff", sagt Ferreira.
Pro Woche darf das Labor bis zu 190 Millionen Mücken züchten. "Man könnte sagen: Wir produzieren die Mücken in Form von Eiern. Diese Mückeneier legen wir in Kisten und verschicken sie nach ganz Brasilien oder sogar in andere Länder", so Ferreira. Am Zielort werde dann Wasser in die Kiste geschüttet und aus den Eiern entwickelten sich Mücken. Die Forscherin spricht von "Mini-Mückenfabriken", in die sich die Kisten verwandeln.
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Die Idee, das Wolbachia-Bakterium an Mücken zu übertragen, um so gegen die Krankheit Dengue zu kämpfen, brachte den Wissenschaftler Luciano Moreira nach Brasilien. Das war 2012. Er startete Versuchsprojekte in mehreren Städten. Sie liefen erfolgreich und so entschied die brasilianische Gesundheitsbehörde nun, in die Massenproduktion der Mücken zu gehen. Der Plan lautet: Die Mücken, die Wolbachia in sich tragen, sollen mittelfristig die Mücken ohne das Bakterium verdrängen.
"Wir lassen die gezüchteten Mücken frei", sagt Moreira im Interview mit dem ARD-Studio Rio de Janeiro. Nach einer bestimmten Zeit sehe sie dann den Effekt, dass die eine Mückenpopulation die andere ersetze. Und ihre Untersuchungen zeigten, dass damit auch die Zahl der Dengue-Fälle in dieser Region signifikant zurückgehe.
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