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HAMR-Festplatten: Seagate verspricht 50 TByte im nächsten Jahr
Mit der Mozaic-Plattform will Seagate die Kapazität seiner Festplatten bis 2027 auf 50 TByte treiben und danach weiter skalieren. 80 TByte sind im Blick.
Die Festplatte gilt vielen als Auslaufmodell. SSDs dominieren den Consumer-Markt, und auch in Rechenzentren gewinnen sie an Boden. Doch bei den Kosten pro Terabyte bleibt die magnetische Scheibe konkurrenzlos. Die drei verbliebenen Hersteller Seagate, Toshiba und WD investieren deshalb weiter massiv in neue Aufzeichnungsverfahren. Im Mittelpunkt steht dabei Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR), die mittels Laser die zum Beschreiben notwendige Feldstärke der Schreibköpfe herabsetzt und damit deutlich kleinere magnetische Domänen auf den Scheiben ermöglicht.
Seagate hat im Rahmen seines Quartalsberichts für das vierte Fiskalquartal 2026 konkrete Meilensteine seiner Speicher-Roadmap bekannt gegeben. Das Unternehmen plant, 50-TByte-Festplatten auf Basis der HAMR-Technologie im Jahr 2027 zur Kundenvalidierung bereitzustellen.
Darüber hinaus verfolgt Seagate das Ziel, im Labor bis etwa 2028 eine Datendichte von 10 TByte pro Scheibe zu erreichen. Damit würden Festplatten theoretisch in die Nähe der 100-TByte-Marke rücken. Bereits im vergangenen Jahr hatte Seagate bekannt gegeben, einen Prototyp-Platter mit rund 6,5 TByte Kapazität hergestellt zu haben.
Seagate äußerte sich auch zu konkreten Jahreszahlen: Um 2030 sollen die Maximalkapazitäten zwischen 50 und 60 TByte liegen und 2031 oder 2032 soll die 80-TByte-Schwelle überschritten werden.
Grundlage dafür ist die aktuelle Mozaic-4+-Plattform, die Laufwerke mit bis zu 44 TByte unterstützt. CEO Dave Mosley erklärte, dass das Unternehmen bis Ende des Kalenderjahres 2026 mehr als die Hälfte seiner ausgelieferten HAMR-Exabytes über Modelle der Mozaic-4+-Plattform ausliefern will; der Rest sind HAMR-Laufwerke der ersten Generation (Mozaic 3+) und Laufwerke mit konventioneller magnetischer Aufzeichnung.
Die nächste Plattformgeneration heißt Mozaic 5+ und stellt den dritten Entwicklungsschritt dar. Sie soll die Datendichte auf über 5 TByte pro Scheibe heben. Da Seagates hochkapazitive Server-Festplatten mit zehn Scheiben bestückt sind, ergibt sich daraus direkt die angestrebte Gesamtkapazität von 50 TByte pro Laufwerk. Erste Mozaic-5+-Laufwerke sollen noch 2027 an Kunden zur Qualifizierung geliefert werden. Danach folgt die übliche Validierungsphase durch OEM-Partner und Rechenzentren, bevor das Unternehmen eine breitere Verfügbarkeit anstrebt.
Wichtig ist dabei der Kontext: Wenn Seagate von Kunden spricht, meint das Unternehmen zunächst Großabnehmer aus der Tech-Industrie, Unternehmenskunden sowie KI-Unternehmen. Für Endverbraucher sind diese Laufwerke in der Regel erst Jahre später erhältlich, wenn überhaupt.
Seagate hat sich mit der Entwicklung der HAMR-Laufwerke viele Jahre Zeit gelassen und dabei auch Ankündigungen ohne entsprechende Produkte verstreichen lassen. Doch nun scheint die Entwicklung sich zu beschleunigen. Auch Toshiba und WD wechseln für die geplanten Laufwerke oberhalb von 40 TByte auf die wohl einzig sinnvolle HAMR-Technik; Seagate ist durch seinen langen Entwicklungsvorsprung jedoch bei den möglichen Kapazitäten noch im Vorteil.
(ll)
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