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Donnerstag: Kritik an fehlenden Tauchboot-Regeln, Ausweispflicht für KI-Agenten
Folgen der Titanic-Tauchboot-Implosion + Rechteverwaltung von KI-Agenten + Aufwind für Samsung-Chipfertigung + Sicherheitslücke im FIFA-Streaming + #heiseshow
Auf dem Weg zur Titanic implodierte 2023 das Kohlefaser-Tauchboot Titan. Beim Betreiber war die Sicherheit zweitrangig und der Notfallplan mangelhaft, resümiert eine kanadische Untersuchung. Zudem fehlen noch immer verpflichtende Vorgaben für den Bau und den Betrieb solcher Tauchboote. In Estland plant der Premierminister eigene digitale Ausweise für KI-Agenten. Das soll die Rechteverwaltung verfeinern und die Zugangskontrolle für Internet-Dienste verbessern. Zwar handeln KI-Agenten im Namen der Auftraggeber, aber manche Rechte sollen per digitaler Identität beschränkt werden können. Derweil lastet die Nachfrage nach KI-Chips den taiwanischen Auftragsfertiger TSMC nahezu aus. Samsung profitiert wohl davon und soll einen Auftragsschub namhafter Firmen zur Chipfertigung verzeichnen. Dabei handelt es sich um Auftraggeber und Interessenten aus China und den USA – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Bei einer Besichtigungsfahrt zum Wrack der Titanic vor drei Jahren implodierte das Tauchboot Titan. Alle fünf Personen an Bord waren sofort tot. Das Tauchboot war nirgends registriert. Das Begleitschiff war kanadisch und von einem Hafen in Neufundland ausgelaufen, weshalb die kanadische Verkehrssicherheitsbehörde die Todesfahrt untersucht hat. In ihrem jetzt veröffentlichten Bericht beschreibt sie zahlreiche Mängel und spricht sechs Empfehlungen aus. So hat der Entwickler und Betreiber der Titan nicht überprüft, ob die von ihr getroffenen Annahmen über Material und Konstruktion auch wirklich zutrafen. Damit war völlig unklar, wie viele Tauchgänge die Kohlefaserhülle aushalten würde. Zudem war der Notfallplan völlig unzureichend für den tödlichen Titanic-Tauchgang: Keine Vorschriften für solche Tauchboote.
Estland soll das erste Land der Welt werden, das digitale Identitäten für KI-Agenten ausstellt. Das hat der Premierminister des Landes, Kristen Michal, angekündigt. Michal möchte, dass Estland jenes Land wird, in dem Künstliche Intelligenz so intensiv genutzt wird wie sonst nirgendwo. KI-Agenten sind Softwareroutinen, die zwar Auftraggeber haben, aber eigenständig Entscheidungen berechnen und ausführen. Dabei nutzen sie regelmäßig Zugangsdaten zu Konten ihrer Auftraggeber, seien es E-Mail-Konten, Cloud-Speicher oder Bankkonten. Damit erhalten sie dieselben Rechte wie der Auftraggeber selbst. Deshalb verlangt Michal eine „beschränkte, kontrollierbare und überprüfbare Autorisierung“ für KI-Agenten. Ein digitaler Ausweis soll dies ermöglichen: KI-Agenten sollen eigene Ausweise erhalten, aus Estland.
Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan ist aufgrund des KI-Booms praktisch an seiner Kapazitätsgrenze, sodass immer mehr Großunternehmen ihre Chips auch anderswo produzieren lassen. Einem Bericht aus Asien zufolge ist Samsung dabei der erste Ansprechpartner. Laut mit diesen Angelegenheiten vertrauten Personen verzeichnet der südkoreanische Elektronikkonzern derzeit deutlich mehr Anfragen und Aufträge zur Chipfertigung von bestehenden und neuen Kunden. Dazu sollen neben AMD, Google und Tesla auch chinesische Konzerne wie der Elektroautohersteller BYD gehören. Letzterer spricht demnach mit Samsung über die Produktion kommender Chips für autonomes Fahren. AMD plant ab 2028 wohl auch CPUs von Samsung fertigen zu lassen: Samsung fertigt künftig angeblich mehr Chips von AMD, BYD, Google und Tesla.
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