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Google-Cloud-Chefin zu KI aus der EU: „Da gibt es im Moment viel Schwarzmalerei“
Marianne Janik war Chefin von Microsoft Deutschland und leitet nun Googles Hyperscaler-Tochter für DACH und Nordeuropa. Wo sieht sie den Standort?
Gebäude von Google Cloud: Der Hyperscaler sieht weiter Wachstum.
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Europa und der KI-Fortschritt scheinen sich in den vergangenen Jahren ausgeschlossen zu haben – Start-ups bemängeln fehlende Finanzierungsmöglichkeiten, zu hohe Energiepreise für Rechenzentren und eine gefühlte Überregulierung, etwa durch den frisch in Kraft getretenen EU AI Act, die europäische KI-Verordnung. Marianne Janik, Chefin von Google Cloud DACH, bewertet die Situation hingegen positiver. „Manchmal wirkt es wie erlernte Hilflosigkeit, aber solche Stimmungen gibt es eben auch“, sagt sie im Interview mit heise online zu ihrer Einschätzung in Sachen europäischer KI.
Sie glaubt, dass insbesondere im Bereich der physischen KI, also der KI-gestützten Robotik, noch viele Möglichkeiten vorhanden sind, die Region nach vorne zu bringen, gerade auch in Deutschland. „Deutschland bringt mit Maschinenbau, Elektrotechnik und der industriellen Erfahrung viele Voraussetzungen mit.“
Janik ist Juristin mit deutsch-französischen Wurzeln. Nach Stationen bei Daimler-Benz und EADS ging sie zu Microsoft Deutschland, wo sie als Senior Director Public Sector in der Geschäftsleitung war und dann die Leitung von Microsoft Schweiz übernahm. Danach arbeitete sie vier Jahre lang als Chefin von Microsoft Deutschland. Ende 2024 wechselte sie schließlich zu Google, um bei Google Cloud die Leitung für die Regionen Deutschland, Österreich, Schweiz und Nordeuropa zu übernehmen.
Google Cloud ist als eigene Einheit für das Cloud-Geschäft des Konzerns zuständig, das in Deutschland unter anderem Kunden wie die Deutsche Bank, Kärcher oder die Bundeswehr hat. Auch Google Workspace mit dem bekannten Büropaket und die diversen Hyperscaler-Anwendungen wie Gemini Enterprise sind Teil von Google Cloud. Im Interview mit heise online spricht Janik über die aktuelle Geschäftslage, den KI-Hype, den Aufbau lokaler Rechenzentren, die Regulierung der EU und das in Deutschland aktuell heiße Thema Physical AI.
heise online: Frau Janik, Google Cloud positioniert sich hinter AWS und Azure als Nummer drei im Markt. Zugleich fordert Google immer wieder, dass die EU genauer hinschaut, was beispielsweise Microsoft, Ihr ehemaliger Arbeitgeber, im Cloud-Geschäft macht. Reicht das, was die Kommission bislang tut?
Marianne Janik: Regulierung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Souveränität, Datenschutz, Wettbewerb. Für uns als Branche ist zunächst wichtig, transparent zu erklären, was wir tun und wie wir Souveränität technisch und juristisch umsetzen – ohne „Sovereign Washing“ zu betreiben, also nur so zu tun, als ob Technik tatsächlich souverän auf EU-Ebene steht.
Darauf aufbauend kann der Gesetzgeber entscheiden, wie sinnvolle Regulierung aussieht. Wichtig ist, dass Kunden Wahlfreiheit haben. Gerade mit Blick auf Multi-Cloud-Strategien braucht es gesunden Wettbewerb zwischen Hyperscalern und Technologieanbietern.