// HEISE ONLINE — HARDWARE & GADGET
Digitale Bildung: 4 von 5 Lehrkräften sehen zu wenig politische Unterstützung
Der Bitkom hat Lehrkräfte zu digitaler Bildung befragt. Die Digitalisierung ist akzeptiert, KI wird kritisch genutzt, aber die Politik unterstützt unzureichend.
Eine aktuelle Erhebung des Branchenverbands Bitkom zeichnet ein recht klares Bild: Lehrkräfte in Deutschland setzen KI-Werkzeuge mittlerweile häufiger ein als im Vorjahr und sehen KI auch mehrheitlich als Chance für die Bildung. Zugleich bemängeln sie, wie die Digitalisierung der Schulen politisch unterstützt wird – unter anderem, welche Ausstattung ihnen zur Verfügung gestellt wird. Zudem spricht sich eine große Mehrheit für die Vermittlung von Kompetenzen statt den Ausschluss von KI aus den Schulen aus, selbst wenn sie die Auswirkungen von KI auf Heranwachsende zum Teil als deutlich negativ einstufen.
Geht es nach den befragten Lehrkräften, sollte jede Schülerin und jeder Schüler lernen, wie KI genutzt wird (89 Prozent). 42 Prozent sagen allerdings, KI führe zur Verdummung von Heranwachsenden – 36 Prozent unterstützten sowohl diese Aussage als auch jene, dass jeder Schüler lernen sollte, wie KI genutzt wird. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst kommentierte, dass KI das eigenständige Denken nicht ersetzen dürfe. Es gehe aber nicht mehr darum, ob in den Schulen KI eingesetzt wird, sondern um das „Wie“. Schulen müssten die Chancen, Grenzen und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI vermitteln. KI-Kompetenzen gehörten deshalb fest in die Lehrpläne.
Dass Lehrkräfte KI zunehmend für ihre eigene Arbeit nutzen, zeigte etwa der Blick auf Zahlen des Vorjahrs. Inzwischen setzen 58 Prozent der Lehrkräfte künstliche Intelligenz für schulische Zwecke ein, im Vorjahr waren es 51 Prozent. 18 Prozent können sich das überdies vorstellen. Zudem unterstützten 66 Prozent der Befragten die Aussage, dass KI eine Chance für die Bildung sei, während 29 Prozent sie eher als Risiko einstuften.
Möchten Lehrkräfte KI allerdings für ihre Arbeit nutzen, stoßen sie auf recht unterschiedliche Voraussetzungen. So ist ein zentrales Ergebnis der Bitkom-Umfrage, dass nur knapp die Hälfte der Lehrkräfte (46 Prozent) eine KI-Lizenz oder ein Konto von der Schule gestellt bekommt. Rund 26 Prozent der Lehrkräfte nutzen stattdessen oder auch ausschließlich private Konten für den schulischen Einsatz. 19 Prozent erhalten gar keine Lizenz und greifen deshalb auf eigene Zugänge zurück. Der Bitkom bezeichnet dies als eine Art „Schatten-KI“, die in den Schulen ihren Einsatz findet.
Wie unterschiedlich Schulen und Lehrkräfte ausgestattet werden, zeigte sich auch bei allgemeineren Fragen zu Rahmenbedingungen: Die technische Ausstattung und Infrastruktur an ihrer Schule bewerten nur rund die Hälfte (48 Prozent) der Lehrkräfte als eher gut (23 Prozent) oder sehr gut (25 Prozent), während 49 Prozent sie als eher schlecht (27 Prozent) oder sogar sehr schlecht (22 Prozent) einstufen. Wintergerst kritisierte das hart: „Eine vergleichbare technische Ausstattung ist das Mindeste, um allen Schülerinnen und Schülern die gleichen Bildungsvoraussetzungen zu bieten. Das ist auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gute digitale Bildung darf kein Zufall sein.“
Die Lehrkräfte, die bereits KI für ihren Berufsalltag nutzen, machen dies für vielfältige Zwecke. 44 Prozent nutzen sie, um der Schülerschaft KI-Kompetenzen zu vermitteln, 43 Prozent zur Wissensvermittlung im Unterricht. 26 Prozent setzen KI bei der Unterrichtsvorbereitung ein, 23 Prozent zur Individualisierung von Unterrichtsmaterialien, 20 Prozent zur Kontrolle von Aufgaben und Prüfungen und 15 Prozent zur Vorbereitung von Prüfungen, Tests oder Klassenarbeiten. 13 Prozent geben zudem Hausaufgaben auf, bei denen KI genutzt werden soll.
Bereits 32 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass KI ihnen den Arbeitsalltag erleichtert. Zugleich fühlen sich 58 Prozent aber noch unsicher im Umgang mit KI. So ist es nicht verwunderlich, dass 78 Prozent der Lehrkräfte fordern, regelmäßige Fortbildungen zu digitalen Themen und Methoden ve