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Beast of Reincarnation im Test: Nach drei Stunden begeistert, nach 25 Stunden erschöpft
Das neue Action-RPG der Pokémon-Macher überzeugt mit starkem Kampfsystem, leidet im Spielverlauf aber unter extremer Wiederholung.
In den ersten Stunden fühlte sich Beast of Reincarnation an wie eine spielerische Offenbarung. Ich durchstreifte überwucherte Ruinen, verschaffte mir von Aussichtspunkten einen Überblick über die Spielwelt und schnetzelte mich mit einem breiten Grinsen durch verseuchte Bestien. Das Kampfsystem traf mit seinem cleveren Spagat aus rasanter Action und taktischem Tiefgang exakt meinen Nerv. Die Begeisterung war so groß, dass ich Game Freak beinahe verziehen hätte, die Welt jemals mit der Pokémon-Seuche überzogen zu haben.
Entwickler: Game Freak | Publisher: Fictions | Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S | Release: 4. August 2026 | Genre: Action-Rollenspiel | Spieler: 1 | Deutsche Texte: Ja | Sprachausgabe: Englisch und Japanisch | Im Xbox Game Pass Ultimate enthalten: Ja.
Doch dann begann das vielversprechende Fundament rasant zu bröckeln. Das Spiel vermittelt in vielen Momenten das Gefühl eines unfertigen Großprojekts. Als hätte Game Freak eine gewaltige Welt entworfen, nur um dann festzustellen, dass weder Zeit noch Budget reichen, um sie mit abwechslungsreichen Aktivitäten, einer starken Story und Leben zu füllen.
Das Ergebnis ist keineswegs ein schlechtes Spiel und das macht die Sache fast noch ärgerlicher. Denn Beast of Reincarnation besitzt eine bärenstarke Grundlage, einen wunderbar eigenständigen Stil und einige richtig gute Ideen. Es fehlt dem Titel jedoch spürbar an Gegnervielfalt, Abwechslung und vor allem an der Bereitschaft, rechtzeitig einen Schlussstrich zu ziehen. Wie ein dreistündiger Film, dessen Geschichte auch in knackigen 90 Minuten hervorragend funktioniert hätte, verwechselt das Spiel letztendlich puren Umfang mit echter Substanz.
Die Handlung versetzt uns ins Jahr 4026. Eine aggressive Seuche hat Japan zerstört, die Tierwelt in gefährliche Malefacts mutieren lassen und ganze Landstriche in überwuchert. Nur eine Handvoll Menschen hat die Katastrophe überlebt; der Rest fristet sein Dasein als menschliche Seelen in künstlichen Robo-Körpern..
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Emma, die in der Lage ist, die Verderbnis zu absorbieren, Pflanzen zu kontrollieren und ihre zu Ranken mutierten Haare sowohl als Waffe als auch zur Fortbewegung einzusetzen. Begleitet wird sie von Koo, einem großen weißen Hund, der zwar selbst zu den Malefacts zählt, aber dennoch das mit Abstand sympathischste Wesen in dieser kaputten Welt ist.
Gemeinsam ziehen Emma und Koo los, um die mächtigen Nushi zu erledigen. Diese riesigen Malefacts bilden die Bossgegner der einzelnen Zonen. Das Duo absorbiert ihre Macht, erlernt dadurch neue Fähigkeiten und rüstet sich für den Kampf gegen die Bestie der Reinkarnation, die offenbar als Ursprung des Verderbens gilt. Oder zumindest irgendetwas in dieser Richtung. Besonders aufmerksam habe ich die Geschichte irgendwann nicht mehr verfolgt: Die Dialoge und Zwischensequenzen fand ich so langweilig, dass meine Hand regelmäßig zum Handy wanderte. Überspringen lassen sich die Sequenzen leider nicht. Wenigstens darf man die vielen Dialoge Satz für Satz weiterklicken und die erzählerische Zwangspause damit etwas abkürzen.
Wenn Beast of Reincarnation irgendwo brilliert, dann im Kampfsystem. Im Nahkampf verlässt sich Emma auf einen Mix aus leichten und schweren Katana-Hieben, während Bogen und Armbrust die Distanz abdecken. Hinzu kommen Ausweichmanöver, Blocks und ein essenzielles Pariersystem: Perfekt getimte Konter brechen nicht nur die feindliche Haltung, sondern laden auch die Blütenpunkte auf – den Treibstoff für die wertvollen Fähigkeiten eures Begleiters.
Öffnet ihr Koos Befehlsmenü, schaltet das Spiel in eine Zeitlupe und lässt euch in aller Ruhe die passende Fähigkeit auswählen. Koo hält Feinde mit magischen Wurzeln an Ort und Stelle fest, drängt sie zurück, belegt sie mit fiesen Statuseffekten oder füllt Emmas Lebensbalken. Dadurch entsteht ein wund