// HEISE ONLINE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
KI-Update kompakt: Google-Cloud, KI-Überwachung, KI-Test, Weltraumrechenzentren
Das "KI-Update" liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.
Marianne Janik, Chefin von Google Cloud im DACH-Raum und Nordeuropa, bewertet die Lage der europäischen KI-Branche im Interview mit heise online deutlich positiver als üblich. Manchmal wirke die Stimmung wie erlernte Hilflosigkeit, sagte sie. Positiv sieht sie die Robotik, wo Start-ups wie Micro AGI oder Neurarobotics zuletzt hohe Investitionen einwarben. Auch bei KI-Rechenzentren setze Google Cloud auf Deutschland, weil Kunden das nachfragten. Vieles lasse sich hier vorab leichter klären als in den USA.
Janik war vor Google lange bei Microsoft, zuletzt als Deutschland-Chefin. Anders als ihr früherer Arbeitgeber setze Google Cloud stärker auf Offenheit und wolle möglichst modellagnostisch bleiben. Zu den deutschen Kunden zählen Deutsche Bank, Kärcher und die IT der Bundeswehr. Google Cloud liegt hinter Microsoft Azure und Amazon AWS auf Platz drei der Cloud-Hyperscaler.
Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie entwickelt ein KI-Warnsystem gegen Deepfakes in Videokonferenzen. In Videocalls sind manipulierte Gesichter besonders schwer zu entlarven, weil Nutzer an Bildstörungen und Aussetzer gewöhnt sind. Ein KI-Klon muss deshalb nicht einmal perfekt aussehen.
Das System kombiniert Audio- und Videoanalyse mit maschinellem Lernen und zeigt eine Wahrscheinlichkeit an, ob das Gegenüber echt ist. Die Auswertung läuft lokal, Bild- und Tondaten verlassen den Rechner nicht. Die endgültige Prüfung soll beim Menschen bleiben, etwa durch gezielte Rückfragen. Das System befindet sich noch in der Erprobung. Ziel ist es, die Funktion in Plattformen wie Zoom oder Teams zu integrieren.
Die Berliner Polizei will noch in diesem Monat ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Videoüberwachung starten. Laut Innenverwaltung soll das System zunächst am Kottbusser Tor, später auch an der Warschauer Straße, auffällige Bewegungsmuster erkennen und Einsatzkräfte alarmieren. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betont, es gehe nicht um biometrische Identifizierung. Auf den Bildschirmen erschienen nur Strichmännchen und deren Bewegungen. Ob eine Situation ungewöhnlich sei, würden die Beamten entscheiden.
Rechtsgrundlage ist das im Dezember 2025 geänderte Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz. Auch das Rote Rathaus und der Dienstsitz der Innenverwaltung sollen KI-überwacht werden. Für die Technik sind in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro eingeplant. Ein Einsatz im Abgeordnetenhaus ist nach Protesten vom Tisch.
OpenAI hat auf Apples Klage wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen reagiert und in einem Blogpost Chatverläufe und E-Mails veröffentlicht. Apple wirft dem Unternehmen vor, sich über abgeworbene Mitarbeiter Wissen für das KI-Gerät zu beschaffen, das OpenAI mit dem Designer Jony Ive entwickelt. Im Zentrum steht der ehemalige Apple-Ingenieur Chang Liu, der nach seinem Wechsel heimlich Dateien heruntergeladen haben soll.