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Hardware-Hersteller Arctic gibt Zollrückzahlung an Kunden weiter und senkt sämtliche Preise
Während Nintendo gerichtlich gegen Erstattungen an Käufer kämpft, lässt Arctic jeden US-Zolldollar direkt in Preissenkungen fließen
Der Hardwarehersteller Arctic hat Geld aus den inzwischen aufgehobenen US-Importzöllen zurückerhalten. Statt die Rückzahlung in der Bilanz verschwinden zu lassen, senkt das Unternehmen damit die Preise seines gesamten Sortiments in den Vereinigten Staaten.
Die günstigeren Preise gelten nicht nur für jene Produkte, deren Verkaufspreise wegen der Zölle zuvor angehoben wurden. Arctic verteilt die Erstattung nach eigenen Angaben über Preissenkungen auf das komplette Angebot. Auf den amerikanischen Amazon- und eBay-Seiten des Herstellers sollen die reduzierten Preise bereits zu sehen sein.
Als die US-Zölle deutlich stiegen, habe Arctic zunächst versucht, einen möglichst großen Teil der zusätzlichen Kosten selbst zu tragen, erklärt das Unternehmen in einem Blogeintrag. Nur bei einer begrenzten Zahl von Produkten seien Preiserhöhungen unvermeidlich gewesen. Schon damals habe Arctic versprochen, diese nach Möglichkeit wieder zurückzunehmen.
Jeder erstattete Dollar soll also über allgemeine Preissenkungen zurück in den Markt fließen. Die Aktion läuft laut Arctic so lange, bis die gesamte vom amerikanischen Staat zurückgezahlte Summe an die Kundschaft weitergegeben wurde.
Wie hoch die Erstattung ausfällt und wie stark die einzelnen Produkte im Preis sinken, verrät Arctic allerdings nicht. Ein Teil des Geldes soll zudem in amerikanische Bildungsprojekte und kleinere PC-Communitys fließen. Geplant sind unter anderem Hardware-Spenden und technische Unterstützung.
Das Vorgehen fällt vor allem deshalb auf, weil andere Unternehmen mit ihren Erstattungen deutlich weniger großzügig umgehen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied am 20. Februar 2026, dass Donald Trump die weitreichenden Zölle nicht auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act verhängen durfte. Seitdem erhalten betroffene Importeure Milliardenbeträge zurück.
Auch Nintendo und Sony profitieren davon. Gegen beide Unternehmen laufen in den USA Sammelklagen von Kunden, die während des Zollzeitraums teurer gewordene Konsolen, Spiele oder Zubehör gekauft hatten. Die Kläger werfen den Konzernen vor, doppelt zu profitieren: zunächst durch die höheren Verkaufspreise und anschließend durch die staatlichen Rückzahlungen.
Nintendo beantragte die Abweisung einer solchen Klage und argumentierte, die Käufer hätten genau jene Produkte zu dem Preis erhalten, auf den sich beide Seiten beim Kauf geeinigt hätten. Eine rechtliche Verpflichtung, spätere Zollrückzahlungen an sie weiterzugeben, bestehe daher nicht. Mehrere vergleichbare Klagen gegen Sony wurden inzwischen zu einem Verfahren zusammengeführt. Eine Stellungnahme des Unternehmens wird noch im August erwartet.
Sony rechnet nach eigenen Angaben mit Erstattungen in Höhe von rund 80 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 508 Millionen Dollar. Der größte Teil davon entfällt voraussichtlich auf das PlayStation-Geschäft. Arctic dürfte mit erheblich kleineren Summen hantieren, setzt damit aber trotzdem ein großes Zeichen.