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Einschränkungen bei der Bewässerung bedrohen Ernten von Landwirten
Um Flüsse und Bachläufe zu schützen, beschränken viele Kommunen derzeit die Wasserentnahme. Die Folge: viel zu kleine Zwiebeln, vertrockneter Salat und verkümmerte Kartoffeln. Landwirte beklagen massive Ernteausfälle.
Die Zwiebeln von Thomas Schmälzle haben das Wachsen eingestellt. Seit gut zwei Wochen kann er ihnen auf seinem Acker in Schwaigern bei Heilbronn kein Wasser mehr geben - dabei wäre das dringend nötig bei dieser Hitze. "Die Zwiebeln müssen jetzt praktisch noch sechsmal so groß werden, dann hätten sie die richtige Größe für die Ernte", erklärt Schmälzle und zeigt auf die kümmerlichen Knollen, die gerade einmal drei Zentimeter Durchmesser haben. Normal wären für diese Jahreszeit sechs oder gar sieben Zentimeter.
Bislang hat Thomas Schmälzle seine Pflanzen in Trockenperioden mit Wasser aus dem nahen Leinbach gewässert. Nachts, damit das Wasser nicht sofort wieder verdunstet. Mit einer sogenannten Beregnungsanlage, die das Wasser direkt aus dem Fluss pumpt. Doch nun hat das Landratsamt die Wasserentnahme komplett verboten - wie an zahlreichen weiteren kleinen Bächen im Kreis, deren Pegelstände wegen fehlender Niederschläge dramatisch gesunken sind.
Der Landkreis begründet die Maßnahmen mit dem Schutz der Gewässer und der Sicherung der Wasserversorgung. Bei Zaberfeld wird aktuell aus einem Stausee mehr Wasser abgelassen als sonst - um zu verhindern, dass die nahe Zaber unter den kritischen Pegelwert fällt. Doch die Reserven sind endlich. Im Zweifel drohen bei noch mehr Bächen und Flüssen komplette Entnahmeverbote.
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Ein Vorgehen, das Landwirt Schmälzle prinzipiell verstehen kann: "Man sieht es selber, dass die Bäche langsam weniger Wasser haben. Die Regelungen machen für das Gewässer schon Sinn", sagt er. Aber natürlich fände er es gut, wenn er seinen Zwiebeln weiter Wasser aus dem Bach geben dürfte, denn so sei das Feld und damit der komplette finanzielle Ertrag verloren.
Wiederholen sich solche Sommer, geht es für die Landwirte schnell um die Existenz. Und: Bei großen Ernteausfällen durch die Trockenheit könnte Obst und Gemüse für den Kunden schnell teurer werden.
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Vielerorts reagieren die Behörden mit ähnlichen Maßnahmen, um dem ausbleibenden Regen entgegenzuwirken. Jeder Liter Wasser, der jetzt in den Bächen bleibt, hilft, die ohnehin niedrigen Wasserstände zu stabilisieren und Tiere sowie Pflanzen im Gewässer zu schützen.
Die Landwirte leiden oft als erste. Einige wässern mittlerweile sogar mit Leitungswasser. Ein teures Unterfangen. Oliver Dinger und Tochter Lisa, Landwirte in Emmendingen bei Freiburg im Breisgau, haben einen kleinen Teil ihrer Pflanzen an eine sogenannte Tröpfchenberegnung angeschlossen - gespeist mit Leitungswasser. Das sei zwar eigentlich nicht rentabel, aber man wolle den Kunden auf dem Markt wenigstens noch eine kleine Auswahl Gemüse anbieten. "Die Anlage gibt nur Tröpfchen ab, das spart Wasser", erklärt Dinger.