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Amazon kürzt Rückgabefrist von 30 auf 14 Tage: Das sind die neuen Regeln
Amazon verkürzt ab Herbst für einige Produkte die Rückgabefrist von 30 auf 14 Tage. Welche Ausnahmen gelten und was Kunden beachten sollten.
Den Kunden drohen ab September neue Rücksendebedingungen bei Amazon. Denn die Handelsplattform verschlechtert die Bedingungen für ihre Kunden weiter. So gilt für viele Abteilungen bald nicht mehr die großzügige und freiwillige Rückgabegarantie von 30 Tagen, sondern die gesetzliche Widerrufsfrist, die gerade einmal 14 Tage umfasst.
Für Produkte aus 16 weiteren Kategorien sollen Kunden künftig nicht mehr 30 Tage Zeit haben, um sich für eine Rückgabe zu entscheiden. Stattdessen muss der Widerruf beziehungsweise die Rücksendung innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware zumindest im System angemeldet werden. Anschließend bleiben aber weitere 14 Tage, um den Artikel tatsächlich abzuschicken.
Amazon hat diese Änderung an seine Marketplace-Verkäufer kommuniziert, die das natürlich weitgehend begrüßen, weil es ihnen nutzt. In der Mitteilung, die Anfang August in einem Händlerforum veröffentlicht wurde, nennt Amazon den 1. September 2026 als Starttermin. Eine wichtige Übergangsregelung relativiert dieses Datum allerdings, denn für Artikel, die bis zum 1. Oktober 2026 geliefert werden, soll weiterhin die bisherige 30-Tage-Rückgabegarantie gelten.
In der Praxis dürften die kürzeren Fristen für viele Kunden somit erst bei später gelieferten Bestellungen sichtbar werden. Inwieweit dazu zusätzlich die verlängerten Fristen in der Vorweihnachtszeit gelten, die in den vergangenen Jahren meist schon zum Anfang des vierten Quartals starteten, geht aus der Meldung nicht hervor.
Insgesamt verlieren diese 16 Produktkategorien (einige Abteilungen überschneiden sich) die bisher übliche 30-Tage-Garantie: Babyprodukte, Beauty, Drogerie und Körperpflege, Garten, Garten & Freizeit, Haus und Garten, Haustierbedarf, Koffer, Rucksäcke und Taschen, Lebensmittel und Getränke, Luxury Beauty, Möbel, Mobile Electronics, Musikinstrumente und DJ-Equipment, Reifen, Wein sowie Zubehör für Gewerbe, Industrie und Wissenschaft.
Da die Kategoriebezeichnungen teilweise überlappen und nicht immer eindeutig erkennen lassen, welche einzelnen Produkte darunterfallen, soll die jeweils gültige Frist automatisch auf der Produktdetailseite angezeigt werden. Die Verbraucher sollten sich deshalb nicht allein an der übergeordneten Warengruppe orientieren, sondern die Angabe beim konkreten Angebot prüfen, was die Sache nicht einfacher macht.
Allerdings sorgt die Änderung nicht dafür, dass die Ware wirklich innerhalb von 14 Tagen bei Amazon zurück sein muss. Denn es reicht aus, dass Verbraucher ihren Widerruf innerhalb von 14 Tagen erklären, wohingegen die anschließende Rücksendung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dann innerhalb der nächsten 14 Tage erfolgen muss. Wer die Rückgabe also am letzten Tag der Widerrufsfrist anmeldet, hat fast vier Wochen Zeit, die Ware zu überprüfen, kann also den Case auch wieder schließen. Der Unterschied zur bisherigen Amazon-Garantie liegt damit also vor allem in der verlängerten Entscheidungsfrist.
Einige der Kategorien haben aber ohnehin gesetzliche Ausnahmen vom Widerrufsrecht – gerade im Bereich Beauty und Körperpflege. Entsiegelte Hygieneprodukte können nämlich ohnehin von der Rücksendung ausgeschlossen sein.
Die neue Vorgabe gilt nach der Händler-Mitteilung grundsätzlich unabhängig davon, ob Amazon selbst den Artikel verkauft und verschickt oder ob die Ware von einem Marketplace-Anbieter stammt. Händler, die Bestellungen selbst versenden, können ihren Kunden jedoch freiwillig eine längere Rückgabefrist anbieten. Dazu müssen sie ihre eigenen Rückgabebedingungen bei Amazon entsprechend anpassen. Für Marketplace-Händler kann die Verkürzung eine Entlastung bedeuten, weil Kunden in Zukunft früher über eine Rückgabe entscheiden müssen.