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PS6, Digital-Zwang und Rekordpreise: Steuert die Gaming-Branche in eine gefährliche Sackgasse?
Steigende Hardware-Kosten, Store-Monopole und Innovationsarmut drohen das Konsolen-Business grundlegend zu verändern. Ein Blick auf die ungewisse Zukunft.
PlayStation, Xbox, Nintendo? Console-Wars waren mir schon immer zu blöd. Mein Herz schlägt fürs Gaming an sich – völlig herstellerunabhängig. Von Urgesteinen wie dem Universum TV-Multi-Spiel, Atari 2600, ColecoVision und Vectrex über die 8- und 16-Bit-Ära mit NES, Master System, Mega Drive und SNES bis hin zur 3D-Revolution mit PS1, Saturn, N64, Dreamcast und GameCube war alles dabei. Flankiert wurde das Ganze natürlich stets von diversen Handhelds und einem Gaming-PC.
Steigende Hardwarepreise, lange Cross-Gen-Phasen und der Rückzug physischer Spiele könnten PlayStation und Xbox grundlegend verändern. Statt junge Spieler für das Konsolen-Gaming zu gewinnen, richten sich neue Geräte womöglich immer stärker an ältere, kaufkräftige Bestandskunden.
Meine Begeisterung war so groß, dass selbst die Wii und die Wii U ihr keinen Abbruch taten. Bewegungssteuerung und Second-Screen-Gimmicks waren zwar absolut nicht meine Welt, taugten aber immerhin dazu, Nichten und Neffen ruhigzustellen. Auch die Android-Konsole Ouya enttäuschte, aber immerhin hatte ich als Early-Bird-Kickstarter-Backer nur 95 statt der vollen 99 Dollar in den Sand gesetzt.
Mein Grundsatz war immer: keine Markentreue, kein Sammeln um des Sammelns willen. Ich kaufte Hardware nur aus einem Grund: um kein gutes Spiel zu verpassen.
Früher musste ich keine einzige Sekunde darüber nachdenken, ob sich der Kauf einer neuen Konsole lohnt. Die Entscheidung fiel genau in dem Moment, in dem die allerersten Spiele angekündigt wurden. Es gab schlichtweg nichts Aufregenderes als diese magischen Momente, in denen Sony, Microsoft oder Nintendo ihre Next-Gen-Hardware der Weltöffentlichkeit präsentierten. Jede Konsole stand an Tag 1 in meinem Wohnzimmer. Wenn sie im Ausland früher erschien? Dann wurde ohne zu zögern importiert.
Mit der Xbox One endete mein blinder Kaufrausch. Die Kiste verkam bei mir zum reinen Staubfänger. Mich hat nicht ein einziges Exklusivspiel gereizt, geschweige denn, dass ich mich heute überhaupt noch an eines erinnern würde. Es war das Ende einer Ära – danach habe ich nie wieder eine Xbox gekauft.
Mittlerweile sieht es bei den anderen leider nicht viel besser aus. Seit ich Ghost of Yotei beendet habe, befindet sich meine PlayStation 5 Pro im ewigen Standby-Modus. Die Switch 2 schalte ich zwar etwas häufiger ein, doch nach Metroid Prime 4: Beyond und Donkey Kong Bananza hat mich nix mehr umgehauen. Alexanders Review zu Yoshi and the Mysterious Book verleitete mich zum Kauf. Das ernüchternde Ergebnis: Kann man spielen, wenn man Kids hat und sie pädagogisch wertvoll ruhigstellen möchte. Auch Splatoon Raiders holt mich nur so semi ab. Star Fox lebt vor allem vom Nostalgiebonus, taugt damit aber wenigstens als cooler Snack für zwischendurch. Meine gesamte Hoffnung für den Rest des Jahres ruht nun auf dem Ocarina of Time-Remake. Ob Nintendo die astronomisch hohen Erwartungen wirklich erfüllen kann, muss sich zeigen – ich bleibe zumindest vorsichtig optimistisch.
Versteht mich bitte nicht falsch: Meine Lust am Zocken ist nach wie vor riesig. Im Gegenteil, mein Gaming-Diät war wahrscheinlich noch nie so abwechslungsreich wie heute. Das eigentliche Dilemma ist ein anderes: Es kommen einfach immer seltener Games heraus, die mich richtig vom Hocker hauen. Manchmal habe ich das Gefühl, zehn Titel spielen zu müssen, nur um den Kick zu erhalten, den mir früher ein einziges Meisterwerk beschert hat.
Tatsächlich war The Last of Us Part II das letzte Spiel, das mich zutiefst bewegt und geprägt hat. Diese Erfahrung hatte für mich eine ähnliche Wucht wie filmische Meisterwerke vom Kaliber eines Der Pate oder GoodFellas. Natürlich habe ich auch The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom und Crimson Desert geliebt. Aber das sind eher gigantische Abenteuerspielplätze und keine interaktiven Charakterdramen mit Brutalo-Action b