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Wie sich Krankenhäuser auf Demenz-Patienten einstellen
Von Demenz betroffene Menschen brauchen zur Orientierung Gewohnheiten und eine stabile Umgebung. Erste Krankenhäuser versuchen, diese Patienten durch Ruhe und Regelmäßigkeit besser zu umsorgen.
"Was möchten Sie zum Frühstück?", fragt Stationsleiterin Yvonne Bäcker. Karin Arnold überlegt einen Moment. "Was gibt's denn zum Frühstück?", fragt die Patientin zurück. Yvonne Bäcker setzt sich neben das Bett. "Brote", sagt sie. "Möchten Sie Mischbrot oder Weißbrot?", fragt sie geduldig. "Nee, Weißbrot nicht!", antwortet die 82-Jährige und verzieht das Gesicht.
Arnold weiß meistens klar, was sie nicht will. Was sie will, ist hingegen manchmal schwieriger herauszufinden. Wegen akuter Verwirrtheit ist sie ins Krankenhaus gekommen. Eine Demenz ist bislang nicht diagnostiziert, doch vieles spricht dafür. Eine Erkrankung, auf die sie hier im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth in Berlin-Lichtenberg spezialisiert sind.
Stationsleiterin Bäcker versucht, das Erinnerungsvermögen der Patienten zu aktivieren: "Haben Sie selber früher Brot gebacken?" Arnold erklärt, dafür sei meistens keine Zeit gewesen - wegen der Arbeit. Sonntags aber meistens schon. "Immer wieder sonntags", sagt Bäcker. "Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung", sagt Arnold.
Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth in Berlin-Lichtenberg ist spezialisiert auf den Umgang mit Demenzpatienten.
"Immer wieder sonntags" - es ist kein Zufall, dass Bäcker im Patientengespräch den Schlager aus dem Jahr 1973 erwähnt. "Mit Musik kann man sie erreichen", erklärt sie. "Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung. So bekomme ich den Zugang zu ihr."
Gerade im Krankenhaus verlieren viele Menschen mit Demenz zusätzlich die Orientierung. Ungewohnte Räume, wechselndes Personal und ein fremder Tagesablauf können Angst und Verunsicherung verstärken.
Das Konzept des "Demenzsensiblen Krankenhauses" setzt bewusst etwas dagegen. Der Ansatz im Krankenhaus Königin Elisabeth: viel Ruhe, Sicherheit, Routine. Nach Möglichkeit kümmert sich jeden Tag das selbe Personal um dieselben Patienten und die Tagesabläufe bleiben unverändert. Dazu gewohnte Bilder aus dem Leben der Patienten sollen Orientierung geben, Vertrauen schaffen und die Patientin aktivieren.
Gesundes Essen, Hobbys, Freunde - all das kann dazu beitragen, dass man nicht an Demenz erkrankt, so die WHO.
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Das zeigt sich auch an der Einrichtung. Mitten auf dem Gang steht ein Bushaltestellenschild, daneben eine Wartebank. Extra eingerichtet, denn Demenzpatienten haben häufig den Drang, etwas ganz Alltägliches zu tun. Etwas, das sie aus ihrem gewohnten Tagesablauf kennen - oder auch aus ihrem "früheren Leben".