// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Straßenfest "Hey Hillbrow! Let’s Dlala!" belebt ein Problemviertel
Große Armut, hoher Migrantenanteil, viel Kriminalität - der Stadtteil Hillbrow im Zentrum von Johannesburg gilt als gefährlich. Aber einmal im Jahr verwandelt er sich in eine große Bühne. Die Menschen holen sich ihr Viertel zurück.
Heruntergekommene Hochhäuser, verwahrloste Apartmentblocks, billige Geschäfte, auf den Bürgersteigen stapelt sich der Müll: Bei Hillbrow denken viele an Gewalt und Verfall. Etwa 100.000 Menschen leben hier auf engstem Raum. Die Polizeiwache zählt zu den korruptesten der Stadt. Aber einmal im Jahr verwandelt sich Hillbrow in eine große Bühne. Und dann herrscht in den Straßenschluchten des Problemviertels buntes Treiben.
Seit 2016 gibt es die Aktion "Hey Hillbrow! Let's Dlala!" - auf Zulu: "Lasst uns spielen!", auf die Beine gestellt vom Windybrow Arts Centre, gemeinsam mit anderen lokalen Initiativen. Die Idee: Junge Menschen sollen sich den Stadtteil spielerisch zurückholen.
Junge Menschen sollen sich bei "Hey Hillbrow! Let's Dlala!" den Stadtteil spielerisch zurückholen.
Gerard Bester leitet das Kunstzentrum und hat die Veranstaltung organisiert. Die Kinder hätten in einem zweiwöchigen Ferienprogramm die Kostüme und Tänze gestaltet und die Lieder geschaffen, erzählt er. In denen gehe es darum, "was es bedeutet, ein Vogel zu sein, der Grenzen überquert und wandert".
Das Festival solle "etwas Freude, Farben und Vergnügen" bringen, erklärt Bester, "spielerische Leichtigkeit auf die Straßen von Hillbrow nach einer Zeit von Gewalt, Zeiten der Einschüchterung und der Angst. Und dies ist ein Weg, etwas Freude zurückzubringen."
In Südafrika ist in den vergangenen Wochen der Hass auf Migranten aus Nachbarstaaten eskaliert.
mehr
Ein Klima der Gewalt, der Einschüchterung und der Angst hat Hillbrow erst vor kurzem erlebt. Das multikulturelle Viertel, in dem Menschen aus vielen Teilen Afrikas leben, war Schauplatz fremdenfeindlicher Proteste, die das gesamte Land wochenlang erschüttert haben. Das Kunstzentrum musste deshalb aus Sicherheitsgründen ein paar Tage schließen.
"Arise" - sich erheben, das ist das Motto in diesem Jahr. Dafür steht als Symbol der Vogel, mit bunten Federkostümen und Vogelstimmen. "Es geht um Vögel und darum, sich in die Lüfte zu erheben, aber auch um Widerstand, um Mut, um ein Kollektiv, das auf die Straßen geht", erzählt Sincle. Sie arbeitet im Kunstzentrum mit den Kindern aus der Gegend.
Wieder fremdenfeindliche Proteste in Südafrika. Die Regierung glaubt, dass sie auch aus dem Ausland finanziert werden,
mehr