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Automatisierung in Hotels: Wenn der Roboter die Putzkraft kontrolliert
Sind Roboter die Lösung, wenn Arbeitskräfte in Dienstleistungsbranchen knapp sind? Ein Hotel in Potsdam lässt einen Roboter die Sauberkeit von Zimmern überprüfen. Auch Künstliche Intelligenz wird dabei eingesetzt.
Billie hat derzeit eine Anstellung auf Probe. Er ist ein humanoider Roboter, sieht aber ganz und gar nicht menschenähnlich aus. Eher wie ein vierrädriges Vehikel mit einer Plattform, auf der ein in alle Richtungen beweglicher Greifarm samt Kameraaugen installiert ist. Seit Anfang des Jahres rollt Billie durch die Gänge des Potsdamer Seminaris-Seehotels und kontrolliert Zimmer, die zuvor vom Servicepersonal gereinigt worden sind.
Langsam drückt der Greifarm die Klinke nach unten, schiebt die Tür auf, und der Roboter rollt in das Hotelzimmer. Etwas ungelenk dreht er sich in alle Richtungen, die Kameraaugen checken die Einrichtung, Betten, Möbel und das Bad. Die auf den Standard des Hotels trainierte Künstliche Intelligenz (KI) vergleicht das Gesehene mit den programmierten Vorgaben.
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"Billie sieht alles", sagt Zena Bergmann, die Hauswirtschaftsleiterin des Hotels. Erkennt der Roboter Mängel, etwa eine fehlende Rolle Toilettenpapier, schickt er eine Nachricht per App. Die sehe sie dann auf ihrem Handy und könne nacharbeiten lassen, so Bergmann.
"Die Belegschaft war, als wir ihnen von Billie erzählten, zunächst ein Stück weit skeptisch, ob eine solche Tätigkeit von einem Roboter überhaupt übernommen werden könnte", berichtet Hoteldirektor Niels Fentsch. Mittlerweile sei klar, es funktioniert. Nach mehr als einem halben Jahr Training ist Billie in der Lage, gut zehn Prozent der Hotelzimmer zu checken, Tendenz steigend.
Die Künstliche Intelligenz weiß, wie es aussehen soll. Passt etwas nicht, gibt er den Menschen ein Signal.
Nach Angaben des Deutschen Hotel - und Gaststättenverbandes (DEHOGA) spielt der Einsatz von humanoiden Robotern derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Über belastbare oder repräsentative Marktdaten verfüge der Verband derzeit nicht. Schätzungen gehen von 200 bis 500 der insgesamt rund 12.500 Hotels in Deutschland aus, die aktuell mit Robotern arbeiten oder diese testen.
Serviceroboter seien Baustein der fortschreitenden Digitalisierung, sagt DEHOGA-Pressesprecherin Stefanie Heckel. Sie könnten Mitarbeiter bei Routinetätigkeiten entlasten und Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Den Angestellten bleibe dann mehr Zeit, sich direkt um die Gäste zu kümmern.
Ähnlich sieht das Robert Peters, Direktor des Instituts für Innovation und Technik (iit) in Berlin. Er verweist auf Anfrage von tagesschau.de darauf, dass unter allen Berufen insbesondere das Reinigungspersonal in Büros oder Hotels zu den am schwersten automatisierbaren gehöre.