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Lexar Play X 1 TB im Test: Ist das die Zukunft für kompakte M.2-SSDs?
Nur auf den ersten Blick wirkt die Lexar Play X wie eine herkömmliche M.2-SSD mit PCIe 4.0. Doch steckt dahinter ein ganz neues Design, das sich „mSSD“ nennt und vom Mutterkonzern Longsys erdacht wurde. Hierbei stecken sämtliche Komponenten in einem Package. Zudem werden gleichzeitig die Formate 2230 und 2280 bedient.
So unscheinbar die kleine SSD in Modulbauweise auch ist, bietet sie eine der größten Innovationen der letzten Zeit in der Branche. Die Lexar Play X ist nämlich eines der ersten Produkte nach dem „Integrated Packaged mSSD“-Konzept auf dem Markt. Im vergangenen Oktober hatte Longsys, der chinesische Mutterkonzern von Lexar, das Konzept der mSSD vorgestellt. Kurz gefasst handelt es sich um einen ganz anderen Ansatz bei der Herstellung von SSDs, denn statt wie üblich unbestückte Leiterplatten (PCB) mit elektronischen Bauteilen zu bestücken, die in mehreren Schritten aufgesetzt und verlötet werden, setzt Longsys (nun auch unter der Marke Lexar) auf ein sogenanntes System-in-Package (SIP). Dabei kommen alle Komponenten direkt vom Wafer und finden in einem einzigen Package Platz, das auf die Platine gelötet wird.
Im Grunde entspricht es damit eher dem Prinzip des in Smartphones eingesetzten Universal Flash Storage (UFS), allerdings bleibt der Datenträger modular und somit leicht austauschbar.
Bei herkömmlichen SSDs werden zunächst der NAND, der Controller, etwaiger DRAM und die kleineren Bauteile auf die Platine gelötet; beim SIP soll all dies in einem Schritt erfolgen. Auch wenn das SIP durchaus aufwendig zu fertigen ist, sollen sich die Herstellungskosten insgesamt um etwa 10 Prozent senken lassen. Zudem soll das Risiko von defekten Lötstellen weiter reduziert werden. Sollte allerdings ein Defekt innerhalb des Packages vorliegen, muss dieses komplett ersetzt werden.
Mehr Details zum neuen SSD-Design von Longsys/Lexar im verlinkten Artikel.
Das mSSD-Design und somit auch die darauf aufbauende Lexar Play X verwenden einen marginal veränderten M.2-Formfaktor. Die mSSD misst nämlich 30 × 20 mm und nicht 30 × 22 mm in Länge und Breite. Somit ist sie also 2 mm schmaler als das gängige M.2-2230-Format.
Dieser winzige Unterschied sorgt erst dafür, dass mit der Lexar Play X nun gleichzeitig das viel geläufigere M.2-2280-Format bedient wird. Der Mini-SSD liegt nämlich ein Adapter-Rahmen aus Aluminium bei. Das kleine SSD-Modul wird dort eingeschoben und erhält dann die übliche Breite von 22 mm und die bei vielen PCs geläufigere Länge von 80 mm. Dieser Adapter soll zugleich noch eine gewisse Kühlfunktion besitzen.
Lexar hat der Redaktion die Play X SSD mit 1 TB Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Die Serie umfasst weitere Modelle mit 512 GB und 2 TB. Die maximalen Transferraten für das 1-TB-Modell gibt der Hersteller mit 7.400 MB/s beim Lesen und 6.400 MB/s beim Schreiben an. Lesend agiert die SSD damit nahezu am Limit von PCIe 4.0 x4 als Schnittstelle des Datenträgers.
Da sämtliche Komponenten in einem Chip-Gehäuse stecken, das übrigens eine Schicht aus Graphen zur besseren Wärmeableitung besitzen soll, mussten sowohl der Controller als auch der NAND-Flash erst in Erfahrung gebracht werden. Lexar sagt, dass der 4-Kanal-Controller MaxIO MAP1602 zusammen mit 3D-TLC-Speicher genutzt wird. Der gleiche Controller steckt auch auf der beliebten Lexar NM790. Ob hier ebenfalls NAND-Flash von YMTC genutzt wird, beantworteten weder Lexar noch Tools.
Bei NVMe-SSDs sind 5 Jahre Garantie üblich und das gilt auch für die Lexar Play X. Die Garantie erlischt vorzeitig, wenn vor Ablauf ein bestimmtes Schreibvolumen überschritten wird, die Total Bytes Written (TBW). Diese liegen mit 600 TB für das 1-TB-Modell auf dem Standardwert für TLC-SSDs.