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Windows 11: Wetter-App belegt bis zu 1,2 GB an Arbeitsspeicher
Angesichts knappen Arbeitsspeichers ließe sich vermuten, dass Entwickler verstärkt darauf achten, ihre Software ressourcenschonend zu gestalten. Bei Microsoft scheint das allerdings anders auszusehen: Die eigenen Apps dürfen mitunter reichlich RAM belegen. So soll sich die neue Wetter-App bis zu 1,2 GB des kostbaren Guts gönnen.
Die in Windows 11 enthaltene Wetter-App bietet eine Fülle an Informationen, zu denen detaillierte Vorhersagen, Live-Radarkarten, stündliche Angaben zu Wind und Niederschlag, Informationen zur Luftqualität, Mondphasen einschließlich des nächsten Vollmondtermins sowie Unwetterwarnungen, aber auch Werbung gehören. Um diese Informationen zusammentragen zu können, greift die Anwendung auf eine große Anzahl externer Datenquellen zurück, darunter unter anderem Foreca und das European Centre for Medium-Range Weather Forecasts.
Gleichzeitig sieht sich Microsoft bei seiner Anwendung zunehmend Kritik ausgesetzt, die sich hauptsächlich am hohen Speicherverbrauch entzündet. So soll die Applikation einem Bericht von Windows Latest zufolge bereits im Leerlauf und ohne weitere Interaktionen bis zu 1,2 GB Arbeitsspeicher für sich beanspruchen. Beim Aufklappen der Prozessstruktur im Task-Manager erscheinen zudem insgesamt neun Unterprozesse mit Chromium-Bezeichnungen. Das deutet auf die webbasierte Architektur der Anwendung hin, deren Einsatz zumindest bei den Erzeugnissen von Microsoft mittlerweile im Verdacht steht, alles andere als ressourcenschonend und performant zu sein.
Zum Vergleich zieht der Bericht die Wetter-App von Apples macOS heran, die bei einem ähnlichen Funktionsumfang lediglich 246 MB Arbeitsspeicher belegen soll und zudem als einzelner nativer Prozess angezeigt wird. Auch wenn sich daraus kein direkter und allgemeingültiger Speichervergleich zwischen Windows 11 und macOS ableiten lässt, dürfte der große Unterschied dennoch verdeutlichen, dass in Microsofts Wetter-App noch deutliches Optimierungspotenzial vorhanden ist. Während ganze Office-Suiten oftmals nicht annähernd an diesen Speicherverbrauch heranreichen und mit einem solchen Speicherbedarf auch komplexe Bildbearbeitungen möglich wären, bleibt somit fraglich, was den hohen RAM-Verbrauch der Wetter-App rechtfertigt.
In anderen Bereichen scheint Microsoft die Probleme mit dem hohen Speicherverbrauch vorinstallierter Windows-Anwendungen erkannt zu haben und versucht dort Abhilfe zu schaffen. Dazu gehören unter anderem der Rechner, die Uhr, der Media Player, Paint, Fotos und der Audio-Rekorder. Zudem will der Software-Riese künftig verstärkt auf WinUI 3 setzen und damit die Effizienz von WebView2 verbessern. Bislang scheint die Windows-11-eigene Wetter-App allerdings noch nicht zu den für eine Optimierung vorgesehenen Anwendungen zu zählen.
Darüber hinaus hatte das Unternehmen bereits früher eingeräumt, dass auch native Windows-Anwendungen teilweise noch zu viel Arbeitsspeicher benötigen. Rudy Huyn, der bei Microsoft die Entwicklung nativer Apps verantwortet, hatte sich bereits im März öffentlich zur Entwicklung vollständig nativer Windows-Anwendungen bekannt.