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Amazon-Gründer Jeff Bezos vor Einstieg bei Ex-Klub von Jürgen Klopp
Eine Investorengruppe um Bezos steht Medienberichten zufolge kurz vor einer Einigung über den Erwerb eines Anteils am Premier-League-Klub FC Liverpool.
Es wäre wohl einer der größten Deals in der Geschichte des englischen Fußballs: Ein Konsortium um Amazon-Gründer Jeff Bezos könnte rund ein Drittel der Anteile am englischen Rekordmeister FC Liverpool übernehmen. Laut einem Bericht des britischen Nachrichtenkanals Sky News vom Montag steht eine entsprechende Vereinbarung kurz vor dem Abschluss.
Wie Sky News erfahren hat, bereitet die US-amerikanische Unternehmensgruppe Fenway Sports Group (FSG), die seit 2010 Mehrheitseignerin der „Reds“ ist, eine entsprechende Ankündigung vor – möglicherweise noch in dieser Woche, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle andeutete.
Bezos ist bislang nicht mit Fußball in Verbindung gebracht worden. Der 62-Jährige ist Verwaltungsratsvorsitzender von Amazon; die operative Leitung gab er ab, als er vor fünf Jahren als CEO zurücktrat. Unter seiner Führung begann der Online-Händler sein Unterhaltungsangebot enorm auszubauen, unter anderem durch den Erwerb von Sportübertragungsrechten. Bis Ende letzten Jahres zeigte Amazon über mehrere Spielzeiten hinweg Premier-League-Partien; zudem überträgt der Konzern die Champions League in mehreren europäischen Ländern.
Im Rahmen des Deals wird sich Bezos einer Investorengruppe anschließen, zu der auch Eduardo Saverin, einer der Mitbegründer von Facebook, gehört, so Sky News. Der 44-jährige Saverin bemühte sich 2022 als Teil eines anderen Konsortiums erfolglos um die Übernahme des FC Chelsea. Die am FC Liverpool interessierte Investorengruppe wird angeführt von Amit Bhatia, dem Schwiegersohn des indischen Milliardärs Lakshmi Mittal. Bhatia war bis vor Kurzem Anteilseigner des Londoner Zweitligisten Queens Park Rangers.
„Ein Investorenkonsortium unter der Führung, Verwaltung und Vertretung von Amit Bhatia hat Interesse an einer strategischen Minderheitsbeteiligung am Liverpool Football Club bekundet“, hatte ein Sprecher der FSG im vergangenen Monat erklärt. Insidern zufolge fällt der nun vor dem Abschluss stehende Deal umfangreicher aus als ursprünglich angenommen und umfasst möglicherweise eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent der Anteile.
Die in Boston beheimatete Fenway Sports Group, neben dem FC Liverpool auch Eigentümerin des Major League Baseball-Clubs Boston Red Sox, hatte den englischen Traditionsverein vor 16 Jahren für lediglich 300 Millionen britische Pfund erworben. Damals befand sich der Klub in einer finanziell schwierigen Lage. Auch sportlich lief es eher schlecht als recht. Der heutige Bundestrainer Jürgen Klopp, zwischen 2015 und 2024 an der Anfield Road, brachte die Reds wieder in die Erfolgsspur. Im Jahr 2019 gewann Liverpool die Champions League und im Jahr darauf den ersten englischen Meistertitel seit 1990.
Laut der britischen Tageszeitung Guardian liegt das geplante Investitionsvolumen im Bereich von 1,35 Milliarden Pfund (1,58 Milliarden Euro). Die Investition würde den Klub als mit 4,5 Milliarden Pfund (5,3 Milliarden Euro) bewerten. Es wäre einer der finanziell bedeutendsten Deals in der Geschichte der Premier League.
Das mögliche Engagement von Bezos und Saverin und damit zwei der reichsten Menschen der Welt rund um den FC Liverpool zeige, so Sky News, in welchem Maße der Fußball von wohlhabenden Investoren inzwischen als eigenständige Anlageklasse betrachtet wird. Gerade erst waren Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino bekannt geworden, Anteile an den Rechten der vom Weltverband FIFA organisierten Turniere, darunter die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, zu verkaufen. Das Vorhaben hat die Fußballwelt in Aufregung versetzt und zu Boykottdrohungen des europäischen Fußballverbandes UEFA geführt.
In Anfield selbst fällt die geplante Investition in eine Zeit des tiefgreifenden Wandels – auf als auch neben dem Spielfeld. Trotz Hunderter Millionen schwerer Transferausgaben belegte Liverpool in der vergangenen Saison