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Zeitzeugen berichten: AR-App zum Mauerbau von WDR und MDR
Ab sofort berichten drei Zeitzeugen via kostenloser AR-App von der deutschen Teilung. Das Projekt ist offen für weitere Schülerfragen bis Anfang Oktober.
(Bild: WDR & MDR, „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“)
Vor knapp 65 Jahren wurde die Mauer gebaut – am 13. August 1961. WDR und MDR geben zu diesem Anlass eine neue App zur Geschichte der Berliner Mauer und der deutschen Teilung für Schülerinnen und Schüler heraus. Sie greift dabei auf den Augmented-Reality-Ansatz zurück, der schon bei früheren WDR-Zeitzeugen-Apps zum Einsatz kam: Interessierte halten die Smartphone-Kamera auf eine freie Fläche, woraufhin an der Stelle auf dem Bildschirm Zeitzeugen erscheinen, die ihre Geschichten erzählen.
Im Unterschied zu ihren Vorgängern ist sie allerdings über die Veröffentlichung hinaus offen für neue Fragestellungen. Zudem entwickeln die Sender noch weitere kostenfreie Unterrichtsmaterialien und wollen bis 2029 Inhalte ergänzen.
Die App „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ ist offiziell am 11. August 2026 erschienen – zwei Tage vor dem 65. Jahrestag des Berliner Mauerbaus. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse. In der App kommen die drei Zeitzeugen Elke Rosin, Jörg Hildebrandt und Uwe Rutkowski zu Wort. Die drei berichten aus sehr unterschiedlichen Perspektiven vom Mauerbau und der deutschen Teilung: Rosin floh kurz entschlossen nach West-Berlin, Hildebrandt blieb trotz der Ablehnung des politischen Systems in der DDR und Rutkowski bewachte als Volkspolizist die Grenzschließung, floh aber später selbst in den Westen und wurde nach seiner Tätigkeit als Fluchthelfer in der DDR inhaftiert. Die Auswahl bildet laut WDR und MDR bewusst ein Dreieck unterschiedlicher Ost-West-Erfahrungen ab – von Flucht über innere Opposition bis hin zum Systemakteur mit Gewissenskonflikt. Fotos, Texte, Audios und Illustrationen ergänzen die persönlichen Erzählungen.
Die App folgt bereits etablierten AR-Zeitzeugen-Projekten des WDR, zu denen „WDR AR 1933–1945“ und „Zeitzeugen 1945 – Trümmerjahre in AR“ gehören. Auch „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ entstand gemeinsam mit der Hochschule Düsseldorf. Schülerinnen und Schüler betonten während der Pressekonferenz zur Veröffentlichung der App, dass sie die AR-Funktionen sehr ansprechend finden. Lehrkräfte und Redakteure bestätigten diese positiven Rückmeldungen von Jugendlichen zu den bisherigen AR-Apps des WDR. So habe eine Schülerin beispielsweise zurückgemeldet, dass die projizierten Zeitzeugen ihr etwas so erzählen, wie es ihre eigenen Großeltern tun.
(Bild: WDR & MDR, „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“)
Im Unterschied zu den Vorgängern ist „OstWest Zeitzeugen“ allerdings von vornherein als partizipatives Projekt angelegt, auch wenn nur von August bis Anfang Oktober 2026 neue Fragen zur Kenntnis genommen werden können. Auf Rückfrage von heise online erklärte der WDR, dass der Eingabezeitraum für weitere Fragen tatsächlich recht kurz sei, ein überschaubarer Zeitraum aber auch mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand eines Zeitzeugen gewählt wurde. Lehrkräfte müssen die App also sehr schnell zu den jeweiligen Startterminen der neuen Schuljahre in die Klassenzimmer bringen, wenn sie mit ihren Schülerinnen und Schülern weitere Fragen einreichen wollen. Hierfür gibt es bereits ein Materialpaket von „planet schule“, mit dem die App nach Angaben des WDR in 1–2 Unterrichtsstunden bearbeitet werden kann. In dieser ersten Projektphase sollen die Arbeitsblätter auch darauf ausgerichtet sein, dass die Jugendlichen eigene Fragen an die Zeitzeugen entwickeln. Außerdem ist ein sogenannter „Call to Action“ direkt in der App nach jeder Geschichte integriert.
(Bild: heise online/ Screenshot aus App „OstWest Zeitzeugen - Mauerjahre in AR“, WDR/MDR, Android-Version)
Die Sammlung der Fragen wird von der Stiftung Berliner Mauer und der Landesschüler*innenvertretung NRW betreut. Die Stiftung bringt dabei ihre Erfahrung aus über 500 archivierten Zeitzeugen-Interviews zur Mauer und zur