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Eurovision Song Contest 2027: Burgas ist die nächste ESC-Gastgeberstadt
ESC-Siegerin Dara: Sie hat die Show nach Bulgarien geholt
»Welcome to Sofia next year«, hatte die Generaldirektorin des bulgarischen Nationalfernsehens BNT, Milena Milotinova, auf der Siegespressekonferenz in Wien gesagt. Sängerin Dara hatte gerade mit »Bangaranga« zum ersten Mal in der über 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contests den Wettbewerb für Bulgarien gewonnen – und damit das Recht, die Show im Folgejahr auszutragen. Die Hauptstadt des südosteuropäischen Landes schien der logische Austragungsort zu sein.
Doch es ist anders gekommen: Wie die europäische Rundfunkunion (EBU) am Donnerstagmorgen mitgeteilt hat, ist die Wahl auf Burgas gefallen. Burgas ist mit rund 180.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die viertgrößte Stadt Bulgariens. An der Schwarzmeerküste gelegen, ist es eine touristisch überregional bekannte Stadt mit dem am zweitmeisten frequentierten Flughafen des Landes.
Die Show selbst wird am 11., 13. und 15. Mai in der Arena Burgas stattfinden, einer 2023 eröffneten Multifunktionshalle. Für Konzerte wird ihr Fassungsvermögen mit bis zu 15.000 Plätzen angegeben – wobei die aufwendigen Bühnenaufbauten des ESC sicher weniger Publikum zulassen werden.
»Burgas bringt etwas ganz Besonderes zum Eurovision Song Contest mit«, lässt sich ESC-Direktor Martin Green in der Pressemitteilung zitieren: »Es ist eine lebendige und gastfreundliche Stadt am Schwarzen Meer mit einer starken musikalischen und kulturellen Identität. Zudem verfügt sie über den Ehrgeiz, die Infrastruktur und die Leidenschaft, die nötig sind, um die Eurovision-Familie willkommen zu heißen.«
Luftbild von Burgas: »Starke musikalische und kulturelle Identität«
Burgas und Sofia waren die letzten beiden verbliebenen Städten im Bewerbungsrennen. In der ESC-Bubble wurde auf den sozialen Medien spekuliert, dass gegen die Hauptstadt gesprochen haben könnte, dass der Namenssponsor der größten Halle Sofias eine Gaming-Plattform ist. Auch über politische Hintergründe wurde gemutmaßt.
Der Eurovision Song Contest als eines der weltweit größten TV-Entertainmentspektakel bringt hohe Anforderungen für die Ausrichterstädte: Hotelplätze, Infrastruktur, Sicherheit. Zugleich haben Studien ergeben, dass einige der Gastgeber der jüngeren Zeit wie Liverpool 2023 oder Basel 2025 einen ökonomischen Boost durch die Show erfahren haben.
In der ESC-Geschichte gab es deutlich kleinere Ausrichterstädte als Burgas: Die britische Kurstadt Harrogate, wo Nicole 1982 mit »Ein bisschen Frieden« siegte, zählt rund 75.000 Menschen. 1993 fand der Wettbewerb im irischen Millstreet statt, einem Dorf im County Cork, wo eine Reithalle für die Fernsehshow umgebaut wurde.
Erst am Mittwoch hatte die EBU zudem eine Regeländerung bekannt gegeben, die die zukünftigen Austragungsländer betrifft. Demnach darf der ESC nicht in Länder vergeben werden, die sich in einem Kriegszustand oder sonstiger »heikler geopolitischer Lage« befinden.