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Mehr Körperfett senkt auch bei Männern mit normalem BMI die Spermienzahl
Es ist seit Langem bekannt, dass Übergewicht bei Männern mit einer geringeren Spermienzahl verbunden ist. Nun wurde entdeckt, dass auch Männer mit einem normalen Body-Mass-Index (BMI), aber einem hohen Körperfettanteil, weniger Spermien ejakulieren. Bei betroffenen Männern, deren Samenqualität ohnehin gering ist, könnte die Fruchtbarkeit darunter leiden.
Aarhus (Dänemark). Übergewicht und Adipositas scheinen laut früheren Studien bei Männern die reproduktive Gesundheit zu beeinträchtigen, etwa indem sie die Spermienzahl reduzieren. Die meisten Studien in diesem Bereich basieren auf dem Body-Mass-Index (BMI), der nur ein indirektes Maß für das Fettgewebe ist und nicht zwischen Fettmasse und fettfreier Körpermasse, etwa Muskelmasse, unterscheiden kann. Es ist deshalb möglich, dass Männer mit einem identischen BMI eine sehr unterschiedliche Körperkomposition besitzen.
Forscher der Aarhus University um Dr. Nis Brix haben deshalb untersucht, wie sich der Körperfettanteil eines Mannes auf seine Fruchtbarkeit auswirkt. Sie haben dazu 5.697 junge Männer aus der Männergruppe Fetal Programming of Semen Quality (FEPOS), einer Untergruppe der Danish National Birth Cohort, die 100.000 Mutter-Kind-Paare umfasst, als Probanden eingeladen. 1.058 von ihnen (19 %) mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren und 9 Monaten haben an der Studie, die den Körperfettanteil und die Spermienzahl untersucht hat, teilgenommen.
Die Wissenschaftler haben bei allen Probanden den Körperfettanteil mit einem Bioimpedanzanalysegerät, das einen schwachen elektrischen Strom durch den Körper leitet und anhand der gemessenen Spannung Körperfett, Körperwasser und Muskelmasse abschätzt, bestimmt. Die Teilnehmer wurden anhand ihres Körperfettanteils in die Gruppen niedrig (unter 8 Prozent Fett), normal (8 bis 19 Prozent), hoch (20 bis 24 Prozent) und sehr hoch (25 Prozent oder mehr) unterteilt. Sie haben zudem den BMI, das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße und das Hodenvolumen gemessen. Außerdem haben die Probanden Samen- und Blutproben abgegeben und Fragen zu ihrem Gesundheitsverhalten beantwortet.
Die analysierten Gesundheitsdaten zeigen, dass Männer mit einem hohen Körperfettanteil im Mittel 23 Prozent und Männer mit einem sehr hohen Körperfettanteil 15 Prozent weniger Spermien ejakulieren als Männer mit normalem Körperfettanteil. Bei Männern mit einem hohen oder sehr hohen Körperfettanteil sind zudem die Werte des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) und Testosteron geringer, während die Werte von luteinisierendem Hormon, Östradiol und freiem Androgenindex höher sind.
„Unsere Studie ergab, dass Männer mit einem hohen Körperfettanteil im Allgemeinen niedrigere Spermienzahlen hatten als Männer mit einem normalen Körperfettanteil, und sie tendenziell auch ein geringeres Ejakulatvolumen und eine niedrigere Spermienkonzentration aufwiesen. Wichtig ist, dass der Körperfettanteil ein besserer Prädiktor für eine verringerte Spermienzahl war als der BMI oder das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße. Wir fanden auch, dass selbst Männer mit einem normalen BMI, aber einem relativ hohen Körperfettanteil, niedrigere Spermienzahlen und fehlgebildete Spermien hatten. Dies deutet darauf hin, dass die Messung des Körperfettanteils Männer mit einem Risiko für eine beeinträchtigte reproduktive Gesundheit identifizieren könnte, die allein anhand des BMI nicht erkannt würden“, erläutert Dr. Nis Brix.
Wie die Forscher um Dr. Nis Brix erklären, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ein hoher Körperfettanteil eine Verschiebung im Gleichgewicht der männlichen Fortpflanzungshormone auslöst. Die Beweglichkeit der Spermien und ihre Morphologie sowie das Hodenvolumen scheinen durch mehr Körperfett aber nicht beeinflusst zu werden.
Das Ejakulat von Männern mit normalem Körperfettanteil enthält im Mittel 105 Millionen Spermien, während das Ejakulat von Männern mit einem sehr hohem Körperfettanteil durchschnittlich nur 89 Millionen Spermien (15 Prozent Rückgang) und das