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Marktbericht: Aktienkurs von HelloFresh stürzt auf Rekordtief
Analysten zweifeln am Kochboxen-Lieferanten HelloFresh nach der Vorlage der Quartalszahlen. Doch das Unternehmen kämpft mit Problemen, die in der Lieferdienst-Branche nicht neu sind.
HelloFresh ist berühmt geworden für seine Kochboxen mit Zutaten, Rezepten und seinem Abo-Modell. Während der Corona-Pandemie boomte das Geschäft für den Essenslieferdienst, doch seit einiger Zeit läuft es nicht mehr so gut. Die Nachfrage ist schwach, es fehlen neue Kunden. Das zeigte sich auch bei der Vorlage der Quartalsbilanz am Donnerstag.
Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz währungsbereinigt um knapp neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis brach um rund 24 Prozent auf 121,1 Millionen Euro ein.
Die Aktien des Kochboxenversenders HelloFresh sind auf ein Rekordtief abgesackt.
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Wie in den vorangegangenen Quartalen fiel der Rückgang der Bestellungen in der Kochbox-Sparte überdurchschnittlich aus. Das margenstärkere Geschäft mit Fertiggerichten, auf das HelloFresh seine Hoffnungen setzt, kämpft mit technischen Problemen.
Kein Wunder, dass HelloFresh-Chef und -Mitgründer Dominik Richter Investoren auf einen fortgesetzten Abschwung einstimmte. "Der erwartete Umsatz entwickelt sich in Richtung des unteren Endes der Prognose von währungsbereinigt minus drei bis minus sechs Prozent", so Richter.
An der Börse kommen die Nachrichten nicht gut an. Nach der Quartalsbilanz ging es für Papiere von HelloFresh schon gestern abwärts, heute in der Spitze nochmal um 8 Prozent. Seit Jahresanfang hat sich der Aktienkurs damit fast halbiert, das Papier notiert knapp über drei Euro je Aktie. Das ist ein neues Rekordtief.
HelloFresh versucht gegenzusteuern: Das Menüangebot wurde überarbeitet. Neben neuen Landesküchen nehme die Fertiggerichte-Tochter Factor verstärkt sogenannte GLP-1-freundliche Gerichte ins Programm, heißt es. Moderne Diätpräparate wie "Wegovy" ahmen den Effekt des körpereigenen Hormons GLP-1 nach und zügeln den Appetit. Die Nutzer dieser Medikamente benötigen kleinere Portionen und proteinreiche, leicht verträgliche Gerichte. Die Nachfrage nach solchen Produkten sei groß und die Konkurrenz bislang gering, sagte der HelloFresh-Chef in einer Telefonkonferenz.
Die allgemeine Bestellflaute kann HelloFresh damit bislang jedoch nicht ausgleichen. Das Unternehmen konzentriert sich seit Längerem auf "hochwertige Kunden" mit einer hohen Bestellfrequenz und nimmt dafür sinkende Umsätze in Kauf.
Der Markt für Lieferdienste wächst rasant - mit Folgen für die Kunden?
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