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Erdbeben in Kolumbien: Kritik an Präsident de la Espriella wächst
Nach dem Erdbeben in Kolumbien leisten Freiwillige das, was an staatlicher Hilfe fehlt. Präsident de la Espriella lässt nur ausgewählte ausländische Helfer ins Land - wenn die politische Richtung stimmt.
Mit bloßen Händen gräbt Paula Campos in einem Trümmerberg, der einst ein achtstöckiges Hotel war. Zusammen mit Dutzenden weiteren Freiwilligen sucht sie seit Stunden unermüdlich nach Überlebenden. 13 Menschen sollen in dem Gebäude gewesen sein, als das Erdbeben am Montagmorgen Ortszeit hier im westkolumbianischen Pereira zuschlug.
"Wir bilden Menschenketten, um die Trümmer so schnell wie möglich zu beseitigen. Je mehr wir sind, desto besser - und desto eher können wir die darunter Verschütteten erreichen", berichtet Campos. "Wir glauben, dass sich noch Menschen lebend unter den Trümmern befinden. Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben." Deshalb seien die Helfer bereit, rund um die Uhr durchzuarbeiten. Egal, wie lange es dauern würde.
Nach dem Erdbeben suchen Helfer nach Verschütteten. Kolumbiens neuer Präsident steht vor seiner ersten Krise.
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Private Initiativen und Hilfsorganisationen organisieren in den betroffenen Erdbebengebieten - so gut es geht - Unterstützung. Liefern Medikamente, bieten Schlafsäcke. Ein Dach über dem Kopf.
Helfen, wo der Staat versagt - die Kritik an Präsident Abelardo de la Espriella wird lauter. An vielen Orte sind lange Zeit nach dem Erdbeben keine Rettungsteams zu sehen. China, Brasilien, El Salvador, Spanien, Mexiko - sie alle bieten offenbar Hilfe an. Und die Regierung? Lehnt Unterstützung aus dem Ausland in Form von zusätzlichen Rettungskräften zunächst ab, will nur Geld und Hilfsgüter annehmen. Es gebe genug Hilfstrupps, heißt es.
"Unsere Rettungsteams stehen bereit", sagt Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Aber sie wurden nicht zugelassen.
Rettungskräfte in Kolumbien unternahmen Tage nach dem verheerenden Beben letzte verzweifelte Versuche, Überlebende des Erdbebens aufzufinden. Das entscheidende 72-Stunden-Fenster für Rettungsmaßnahmen nähert sich dem Ende.
De la Espriella ist noch nicht einmal eine Woche im Amt - ein rechtskonservativer Populist und Politikneuling, der gern auch gegen internationale Organisationen wettert -, als das schlimmste Erdbeben seit Jahrzehnten Kolumbien heimsucht. Nach massiver Kritik lenkt die Regierung teilweise ein, einige Rettungskräfte dürfen kommen. Auffällig dabei: Nur Trupps aus politisch nahestehenden Ländern wie den USA haben bisher eine Genehmigung bekommen.
"Ich glaube, es gibt keine humanitäre Hilfe, die ganz unpolitisch ist", sagt Anna-Lena Dießelmann. Sie lebt seit 14 Jahren in Cali - einer der Städte, die heftig vom Erdbeben getroffen worden sind. Dießelmann arbeitet im Institut für Sozialforschung und koordiniert die humanitäre Hilfe vor Ort mit.