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Apples Designteam: Unter John Ternus wieder mit mehr Bedeutung
Seit dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 verlor Apples berühmtes Designteam an Macht. Mit dem CEO-Wechsel könnte sich das ändern.
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Einst war Apples Industry-Design-Team, kurz ID genannt, die wohl mächtigste Abteilung im Konzern: Dort entstanden wichtige Ideen und Gestaltungsvorschläge unter der Obhut des mächtigen Designchefs Jony Ive, Erfinder von iPod, iMac und Co. Doch seit ungefähr 2015 zog sich der Brite immer mehr von dem Posten zurück und ging 2019 dann ganz; die Zusammenarbeit zwischen Apple und Ives danach gegründeter Designfirma LoveFrom endete schließlich 2022. Seither hat ID bei Apple mehr und mehr Macht verloren, auch aufgrund einer fehlenden Hauptperson, die Teil des Führungsteams ist.
Mittlerweile, schreibt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg in einem Bericht vom Sonntag, holten sich Apples andere Teams aus der ID-Gruppe einfach nur notwendige Dinge wie Prototypen, CAD-Informationen, Hilfe bei der Materialauswahl oder den Farben – und verließen den Bereich dann wieder. Auch Tim Cook habe das Team viel seltener besucht als dereinst Steve Jobs. Doch mit der Änderung an der Spitze des Konzerns könnte sich das nun ändern: Ab September ist John Ternus am Drücker. Der aktuelle Hardware-Boss machte bereits deutlich, wie wichtig ihm das Designteam ist.
Laut Bloomberg zählt nun der Umbau der Abteilung zu den wichtigsten Aufgaben von Ternus. Die Frage ist vor allem, ob es eine neue Spitzenperson geben könnte, eine Art neuen Jony Ive. Cook hatte nach Ives Abgang zunächst Evans Hankey installiert, wofür er Kritik bekam, da Hankey sehr gut mit Ive konnte. Es gab die Kritik, dass sie quasi ferngesteuert worden sei. Tatsächlich verließ sie Apple 2022 dann auch, um mit Ive weiter LoveFrom aufzubauen, insbesondere für die neue OpenAI-KI-Hardware.
Jeff Williams, der mittlerweile in Rente gegangene Operations-Chef und lange Cooks zweiter Mann, managte das Designteam aus der Chefetage und installierte schließlich Molly Anderson, die immer noch den Bereich als Day-to-Day-Managerin leitet. Sie hat aber nie Ives Position erreicht, ebenso wenig wie Richard Horwarth, Apples Vizepräsident für Design, der seit 30 Jahren bei Apple arbeitet. Im Dezember letzten Jahren verließ dann auch noch Softwaredesignchef Alan Dye das Unternehmen, um ausgerechnet zu Meta zu gehen, nachdem er das teils viel kritisierte Liquid Design umgesetzt hatte. Hier übernahm mittlerweile Steve Lemay, der auch für die Optimierungen innerhalb von macOS 27 und Co. verantwortlich zeichnet.
Nun stellt sich die Frage, wie John Ternus agieren wird. Ein erstes Zeichen für die neue Bedeutung, die ID innerhalb von Apple hat: Im Januar übernahm der Hardwarechef explizit die Position, die Jeff Williams einst hatte und zwischenzeitlich bei Tim Cook lag: Das Designteam berichtet seither direkt an ihn.
Laut Bloomberg ist Ternus klar, dass ein großer Umbau der Abteilung notwendig ist, auch um ein Nachwuchsproblem zu lösen. Die Abteilung besteht heute vor allem aus jüngeren Designern, was zwar gut ist, aber dennoch nicht von einem Nachwuchsproblem ablenken darf. Bei einem internen Treffen sagte Ternus zuletzt, Apple werde sich weiter auf Design konzentrieren, denn das sei Apples Kern. Die Firma habe fantastisches Design zu mehr Menschen gebracht als jede Firma in der Geschichte. Bei vielen Menschen sei das Produkt in ihrem Besitz, das am schönsten designt ist, von Apple. „Wir werden sicherstellen, dass das so bleibt.“
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