// GAMESTAR — GAMING
Energieversorgung - Ein Unternehmen tweaked Kernfusions-Reaktoren – aber nicht für Strom, sondern um nebenher tonnenweise Gold zu erzeugen [Best of GameStar]
Kernfusionsreaktoren versprechen aus Sicht vieler Forscher und Ingenieure die Welt zu verändern – ein Unternehmen plant sie dabei auch, um etliche Tonnen Gold zu bereichern.
(Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI).
Sie könnte ohnehin zur ultimativen Goldgruben des 21. Jahrhunderts werden: Kernfusion als unerschöpfliche und nachhaltige Energiequelle der Zukunft. Nicht nur würde sie viele Probleme lösen, sondern könnte auch den Betreibern von Anlagen dank relativ günstiger Ausgangsstoffe (in der Regel Wasserstoff) ein üppiges Vermögen bescheren.
Ein Start-up nimmt die Idee von sagenhaftem Reichtum durch Kernfusion nun wörtlich: Es will in Zukunft in Fusionsreaktoren Gold herstellen – etliche Tonnen pro Jahr und das ohne den Stromertrag zu schmälern.
Der hier vorgestellte Ansatz stammt aus einem Paper, das noch nicht »peer-reviewed« wurde. Die Peer-Review ist der Schritt, bei dem eine wissenschaftliche Arbeit von Kollegen mit ähnlicher Fachexpertise (peers) gegengelesen und dann zur Veröffentlichung frei- bzw. mit Anmerkungen zurückgegeben wird.
Das bedeutet für euch vor allem: Die hier dargestellten Infos weisen nach unserer Recherche eine ausreichende Glaubwürdigkeit auf, sind aber mit etwas Vorsicht zu genießen. In diesem Fall geht es um Konzepte aus der Natur- bzw. Ingenieurswissenschaft, die sich auf bisher nur theoretische oder maximal als Prototypen vorhandene Technologien beziehen.
0:23
Wolkenkratzer als 1.000 Meter hoher Energiespeicher
Im Mittelalter träumten Alchemisten davon, aus minderwertigen Metallen Gold zu erzeugen – damals als Transmutation bezeichnet. Den Begriff Transmutation gibt es heute noch, er bezeichnet aber die Umwandlung von Elementen, insbesondere in der Kernphysik.
Die Umwandlung zu Gold gelang damals – wenig überraschend – nie. Denn um Gold aus etwas anderem zu erzeugen, müssen wir die Atomkerne verändern. Das überstieg für Jahrtausende jede Möglichkeit der Physik, Chemie oder Ingenieurswissenschaften – bis zur Kernspaltung oder seit Neuestem der Kernfusion.
Am Large Hadron Collider (CERN) verwandelten Wissenschaftler aus Versehen Blei in Gold. Auch hier bewiesen Maschinen eine Kraft, die im 19. Jahrhundert noch als Zauberei gegolten hätte: Sie ließen mit immenser Wucht Bleiatome in einem 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger miteinander kollidieren, das Ergebnis war kurzlebiges Gold.
Das Start-up Marathon Fusion beschreibt jetzt in einem Paper, wie es weltweit und mit voller Absicht Transmutation in Fusionsreaktoren betreiben möchte. Der Trick diesmal: Aus Quecksilber wird Gold.