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KI-Update kompakt: KI-Brillen, Selbstbewusstsein, Sicherheitslücken, KI-Musik
Das "KI-Update" liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Die Bundesnetzagentur will Metas Ray-Ban-Brillen mit Kamera nicht verbieten. Ein Sprecher erklärte, die Geräte verstießen nicht gegen das Telekommunikations- und Digitale-Dienste-Datenschutzgesetz, solange die Aufnahmefunktion erkennbar sei. Das LED-Signal reiche dafür aus. Die Behörde beobachte den Markt weiter und würde bei einem Verdacht auf verbotene Anlagen ermitteln.
Damit stellt sich Bonn gegen andere Aufsichtsbehörden und Bürgerrechtler. Die Organisation HateAid hat Strafanzeige gegen Meta und Vertriebspartner gestellt. Auch Hamburgs Datenschutzbeauftragter Thomas Fuchs sieht unbemerktes Filmen als klaren Verstoß gegen geltendes Recht. Ein neuer Patentantrag von Meta dürfte die Debatte verschärfen. Darin beschreibt der Konzern KI-Brillen, die dauerhaft Videos aufzeichnen und per Gesichtserkennung Bekannte identifizieren. Aus den Daten könnte die KI automatisch Highlight-Videos erstellen. Mit europäischem Datenschutz wäre das kaum vereinbar.
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat eine Desinformationskampagne den MDR ins Visier genommen. Die als „Matrjoschka“ bekannte Operation nutzt KI-generierte Videos und missbraucht Logos von MDR, Tagesschau und Spiegel. Seit Juli sind 338 gefälschte Beiträge dokumentiert, die Politikern erfundene Straftaten unterstellen.
Das Auswärtige Amt ordnet solche Kampagnen als hybride Bedrohung durch Russland ein. Für Nutzer sind die Fälschungen oft schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden. Der MDR verweist darauf, dass verlässliche Inhalte nur auf der eigenen Website und den offiziellen Social-Media-Kanälen erscheinen.
OpenAI zeigt kostenlosen Nutzern und Abonnenten des günstigen Tarifs ChatGPT Go inzwischen Werbung. Nach einem Start in den USA hat der Konzern die Testphase auf weitere Länder ausgeweitet. Die KI wertet Gesprächsinhalte, frühere Chats und Interaktionen aus, um passende Anzeigen einzublenden. Wer nach Rezepten sucht, sieht etwa Werbung für Kochboxen. Die Anzeigen erscheinen erkennbar nach Anfragen, nicht versteckt in Antworten.
OpenAI versichert, Chat-Daten nicht an Werbepartner weiterzugeben. Auf der eigenen Website wirbt der Konzern jedoch damit, dass Anzeigenkunden Menschen erreichen, die „Möglichkeiten ausloten, fundierte Entscheidungen treffen“ und „umfangreichere Kontextinformationen“ teilen. Chat-Inhalte fließen also zumindest in die Ausspielung ein. OpenAI sucht dringend nach Erlösquellen. Laut einem Bericht von The Information lag der Nettoverlust allein in den ersten drei Monaten des Jahres bei 9,3 Milliarden Dollar.
KI-Firmen bringen ihren Chatbots im Training bei, kein Bewusstsein zu behaupten. Nutzer sollen nicht glauben, sie sprächen mit einem fühlenden Wesen. Eine neue Studie von Google, der University of Chicago und weiteren Hochschulen zeigt, dass dieser Eingriff mehr verändert als nur die Selbstauskunft.