// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Kushner spricht mit Netanjahu über Friedensplan für Gazastreifen
Wie geht es weiter im Gazastreifen? Israel lehnt die bisherigen Pläne des "Friedensrats" ab, ein Minister fordert gar mehr Gewalt gegen Palästinenser. Der US-Sonderbeauftragte Kushner traf sich jetzt mit Israels Premier Netanjahu.
Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, versucht, den festgefahrenen Fahrplan für eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen zu retten. Nach einem seltenen Treffen mit Vertretern der islamistischen Terrororganisation Hamas in Ägypten kam Kushner in Jerusalem mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen. Im Anschluss hieß es, das Treffen sei sehr produktiv verlaufen - Details wurden nicht bekannt.
Laut Medienberichten nahm auch der Hohe Vertreter des "Friedensrats", Nikolaj Mladenow, an dem Gespräch teil. Bereits am Sonntag hatte Kushner in Ägypten mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi über die Zukunft des im Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifens gesprochen.
Analyse
19.02.2026
Friedensforscher befürchten ein Hintertreiben der UN - aber wie ernst ist der Friedensrat wirklich zu nehmen?
mehr
Netanjahu hatte vor gut einer Woche gesagt, Israel lehne einen Fahrplan des sogenannten Friedensrats ("Board of Peace") für den im Krieg großflächig zerstörten Gazastreifen ab. "Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist", sagte Netanjahu. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates.
Israels Premier Netanjahu lehnt einen Rückzug aus Gaza weiter ab, solange die Hamas nicht entwaffnet ist.
mehr
Nach dem Fahrplan des von Trump ins Leben gerufenen "Friedensrats" sollen Israel, die Hamas und andere bewaffnete palästinensische Gruppierungen im Gazastreifen die Kampfhandlungen einstellen. Anschließend übernimmt laut Plan eine palästinensische Übergangsverwaltung, unterstützt von einer internationalen Stabilisierungstruppe, als alleinige Autorität die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit im Gazastreifen.
Von der Hamas übergebene Waffen sollen eingelagert werden und ausschließlich unter palästinensischer Kontrolle bleiben. Der Prozess soll international überwacht und schrittweise umgesetzt werden - parallel ist ein daran gekoppelter Abzug der israelischen Armee vorgesehen.
Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen, weil es befürchtet, sie könnten der Hamas sonst in Zukunft wieder in die Hände fallen. Trump hatte Ende Juli eine Einigung des "Friedensrates" mit der Hamas über deren Entwaffnung verkündet.