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Kein Platz an Land: Südkorea will KI-Rechenzentrum im Meer versenken
Vor allem aus Platzgründen plant Südkorea ein KI-Rechenzentrum auf dem Meeresboden, rund 20 Meter unter der Wasseroberfläche. Aufgeteilt auf zahlreiche zylinderförmige Container ist ein Volumen von rund 100.000 Servern möglich. Auf erste Versuche in diesem Jahr soll 2031 der eigentliche Bau folgen.
Wie Nikkei Asia berichtet, handelt es sich dabei um ein Pilotprojekt des Korea Institute of Ocean Science and Technology (KIOST), das rund 51,1 Milliarden Koreanische Won, nach aktuellem Wechselkurs also etwa 36 Millionen US-Dollar oder 31 Millionen Euro, kosten werde. Als Standort wurde bereits im April von der örtlichen Meeres- und Fischereibehörde die Küste vor Ulsan auserkoren. Die Millionenstadt Ulsan liegt im Südosten von Südkorea und somit am japanischen Meer.
Eine Rendergrafik zeigt die zylinderförmigen Module, von denen mehrere nebeneinander auf dem Meeresgrund in Küstennähe platziert werden sollen. Eine Testphase soll noch in diesem Jahr beginnen, während die Errichtung des eigentlichen Komplexes erst für das Jahr 2031 geplant sei. Mit Hilfe von Robotern sollen die Unterwasseranlagen überwacht werden. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Server fünf bis sieben Jahre unter Wasser bleiben.
Bei der Umsetzung sollen Firmen wie der Mobilfunkanbieter SK Telecom, das Bauunternehmen Lotte Engineering & Construction sowie der Stahlhersteller Posco beteiligt sein.
Ein Fernziel sei ein KI-Rechenzentrum mit bis zu 100.000 Servern und vielen GPUs, deren Abwärme dann vom kühlen Meerwasser abgeführt würde.
Während sich Forscher von Rechenzentren im Meer unter anderem Vorteile bei der Kühlung mit kaltem Meereswasser versprechen, ist laut dem Bericht das Hauptanliegen von Südkorea der Platzmangel an Land. Südkorea besitze lediglich ein Viertel der Landmasse von Japan und davon sei das meiste bergiges Gelände. Es fehle demnach an geeigneten Flächen zur Errichtung von Rechenzentren.
Parallel werde auch in Richtung schwimmender Rechenzentren geforscht.
Das Konzept weckt Erinnerungen an erste Unterfangen dieser Art im Rahmen des Forschungsprojekts Natick von Microsoft. Zunächst an der Pazifikküste vor Kalifornien und später auch nahe Schottland wurden zylinderförmige Serverkapseln im Meer versenkt. Mehr als Erkenntnisse sammelte Microsoft damit aber nicht und beschloss 2024 keine Server mehr im Meer zu versenken.
Im Gegensatz zum dicht besiedelten Südkorea haben US-Unternehmen wie Microsoft aber auch an Land massig Platz für riesige Serverfarmen.