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Clair Obscur Expedition 33: Shuhei Yoshida warnte davor, das Hit-Spiel als rundenbasiertes RPG zu bezeichnen
Das ehemalige PlayStation-Urgestein riet Entwickler Sandfall Interactive von diesem Stempel ab. Zu groß war die Sorge, dass Spieler den Titel ignorieren.
Dass Clair Obscur: Expedition 33 schon im ersten Bildmaterial so stark herausstach, lag nicht zuletzt an den extrem actiongeladenen Kämpfen – und das für ein rundenbasiertes Rollenspiel. Entwickler Sandfall Interactive bezeichnete den Titel zwar als Runden-RPG und verhalf dem Genre damit gewissermaßen zu neuem Glanz. Doch genau diese Bezeichnung stieß im Vorfeld nicht überall auf Begeisterung.
PlayStation-Urgestein Shuhei Yoshida enthüllte am Wochenende auf dem Busan Indie Connect Festival 2026, dass er die Macher von Expedition 33 ausdrücklich vor diesem Stempel gewarnt hatte.
Yoshida zeigte sich vom Kampfsystem des Spiels extrem begeistert und verglich es sogar mit The Legend of Dragoon, das er damals selbst produzierte. Dennoch riet er dem Team zu einer anderen Bezeichnung. Seiner Meinung nach halten viele Spieler den Begriff "rundenbasiertes RPG" für veraltet und könnten den Titel deshalb voreilig links liegen lassen.
The Legend of Dragoon ist ein klassisches japanisches Rollenspiel (JRPG), das 1999 exklusiv für die erste PlayStation erschien. Der Kult-Hit zeichnete sich durch ein aktives Kampfsystem aus, bei dem Spieler im richtigen Rhythmus Tasten drücken mussten, um Angriffe zu verstärken.
"Es ist unglaublich gut gemacht. Aber ihr solltet es besser nicht als rundenbasiertes RPG bezeichnen. Allein dieser Begriff könnte dazu führen, dass Spieler es einfach übersehen."
Yoshida war nach seinem Abschied von PlayStation im Jahr 2025 als Berater für Publisher und Entwickler tätig. Die Anekdote erzählte er auf einem Panel, das Indie-Studios dabei helfen soll, den passenden Publisher zu finden und überzeugende Pitches abzuliefern. Im Rahmen dieser Arbeit beriet er auch Kepler Interactive, den Publisher von Expedition 33. Dadurch konnte er bereits zwei Jahre vor dem Release eine Demo des Titels anspielen.
Dem Bericht zufolge nahmen sich Kepler und Sandfall seinen Rat zu Herzen. Sie beschrieben das Kampfsystem fortan lieber als "reaktive rundenbasierte Kämpfe". Wenn ihr das Spiel gezockt habt, werdet ihr es bestätigen: Diese spezielle Mischung aus klassischen Rundenabläufen und Echtzeit-Mechaniken wie Parieren und Ausweichen avancierte zu einer der größten Stärken und am meisten gefeierten Seiten des Titels.
Egal wie viel Yoshidas Ratschlag am Ende ausmachte: Der Erfolg des Spiels ist unbestreitbar. Expedition 33 verkaufte sich im ersten Monat passenderweise direkt 3,3 Millionen Mal. Bis Oktober 2025 kletterten die Verkaufszahlen sogar auf beeindruckende 5,5 Millionen Einheiten.
Zudem gehört das RPG zu den am besten bewerteten Spielen des Jahres 2025. Es räumte bei den Game Awards mehrere Trophäen ab und landete auf Platz eins der 50 besten Spiele des Jahres bei Eurogamer.de.