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Jobverluste jetzt auch bei Dienstleistungen
Die Konjunkturflaute in Deutschland greift um sich: Erstmals seit der Corona-Krise sinkt die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Zudem ist das Firmensterben so ausgeprägt wie seit fast 20 Jahren nicht.
Nach der Industrie schwächelt jetzt auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen. Erstmals seit der Corona-Krise ist dort im zweiten Quartal dieses Jahres die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, sank die Erwerbstätigenzahl im Dienstleistungssektor in der Jahresfrist um 0,1 Prozent.
Vor allem in den Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen - um 1,1 Prozent. Mehr Beschäftigte gab es dagegen im Öffentlichen Dienst einschließlich Erziehung und Gesundheit. Dort stieg die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um 1,5 Prozent.
Insgesamt waren im zweiten Quartal 2026 rund 45,7 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 0,1 Prozent weniger als im ersten Quartal und 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist zuletzt so stark gestiegen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.
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Deutlich größer war der Rückgang der Beschäftigten dabei außerhalb des Dienstleistungssektors: Am Bau sank die Zahl der Beschäftigten um 0,7 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft um 1,5 Prozent. Auch in der Industrie setzte sich der schon länger beobachtete Abwärtstrend fort. Hier wurden 2,0 Prozent weniger Erwerbstätige registriert.
Das ist wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass immer mehr Industrieunternehmen aufgeben: In der Industrie traf es im vergangenen Jahr etwa 11.000 Betriebe und damit zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist.
Patrik-Ludwig Hantzsch von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hatte jüngst mit Blick auf steigende Insolvenzzahlen von einer "Krisenzange" gesprochen, die die deutsche Wirtschaft "von zwei Seiten packt und schädigt": einerseits geopolitische Verwerfungen wie der Iran-Krieg oder die US-Zölle, andererseits hohe Energiepreise und viel Bürokratie im Inland.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hat es einer Studie zufolge in Deutschland so viele Pleiten gegeben wie zuletzt vor 13 Jahren.
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Die Mehrzahl der Geschäftsaufgaben war im vergangenen Jahr allerdings nicht insolvenzbedingt, sondern erfolgte nahezu geräuschlos, wie Creditreform und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in ihrer jährlichen gemeinsamen Analyse feststellen.