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KI-Update kompakt: Verbraucherschutz, Gemini for Home, KI-Werbung, Spiele
Das "KI-Update" liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Auf der Verbraucherschutzministerkonferenz in Potsdam haben die Ministerinnen und Minister verbindliche europäische Schutzregeln für KI-Agenten gefordert. Solche Programme buchen im Auftrag der Nutzer Flüge, wechseln den Stromanbieter oder kaufen ein. Der klassische Verbraucherschutz prüft bisher nur Online-Shops und Webseiten, etwa ob diese klare Preise nennen. Bei eigenständig handelnden Agenten greift er nicht.
Künftig sollen Vorgaben wie Höchstpreise, erlaubte Anbieter oder Vertragslaufzeiten als feste Grenzen gelten, die ein System nicht eigenmächtig überschreiten darf. Bisher behandeln Agenten solche Wünsche nur als unverbindliche Hinweise. Die finale Kaufentscheidung soll beim Menschen liegen, der Prozess jederzeit abbrechbar sein. Für Anbieter wie OpenAI oder Google sind die Beschlüsse nicht bindend. Verbindliche Regeln könnten erst durch ein EU-Gesetz wie den geplanten Digital Fairness Act entstehen.
Das Konsortium „Europa“ unter Führung von Domyn, einem italienischen Unternehmen, hat den EU-Wettbewerb „Frontier AI Grand Challenge“ gewonnen. Es will ein quelloffenes Modell mit über 400 Milliarden Parametern bauen, das alle 24 EU-Amtssprachen beherrscht. Solche Größen waren bisher vor allem US-amerikanischen und chinesischen Modellen vorbehalten. Das System richtet sich an regulierte Branchen wie Finanzen und Verteidigung.
Domyn baut auf eigenen Modellen wie Domyn-Large mit 263 Milliarden Parametern auf. Eine modulare Mixture-of-Experts-Architektur soll das System sparsamer machen. Die EU-Kommission stellt über das Supercomputing-Konsortium EuroHPC ein Jahr lang bis zu 2,5 Prozent der europäischen Rechenleistung bereit. Das fertige Modell erscheint als Open Source.
Google verteilt Gemini for Home nun auch in Deutschland als Early-Access-Version und ersetzt damit schrittweise den alten Assistant auf Smart-Displays und Lautsprechern. Wer morgens nach Nachrichten fragt, bekommt jetzt eine KI-Zusammenfassung statt der Beiträge aus den selbst gewählten, vertrauten Quellen. Noch ist die Umstellung freiwillig, doch in den kommenden Monaten soll Gemini den Assistant ganz ablösen.
Nutzer kritisieren, dass eine KI-Stimme gefilterte Infos vorliest und dabei komplexe Zusammenhänge teils falsch wiedergibt. Mit spezifischen Befehlen lassen sich einzelne Kanäle weiterhin abrufen. Bei der Smart-Home-Steuerung wirkt Gemini dagegen klüger als der alte Assistant, etwa weil es mehrere Geräte mit einem Befehl steuert. Wer seine vertrauten Sprachbefehle behalten will, sollte vorerst abwarten.
Die Deutsche Bank meldet große Produktivitätsgewinne durch KI. Aufgaben, die früher zwei Jahre dauerten, erledigt sie jetzt in drei bis sechs Monaten. Rückstände, deren Abbau Monate kostete, sind in wenigen Wochen abgearbeitet. Denis Roux, Chief Information Officer der Investmentabteilung, betont die Kostenkontrolle. Die Bank nutzt tokenbasierte Preismodelle und teilt den Mitarbeitenden feste Kontingente zu.