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Kommentar zu AirPods mit Kamera: Apple, muss das denn sein?
Vermutlich noch in diesem Jahr bringt Apple Ohrstöpsel mit „Visual Intelligence“ heraus. Ein unnötiger Albtraum für die Privatsphäre oder tatsächlich nützlich?
Kommentar zu AirPods mit Kamera: Geht Apple einen Schritt zu weit?
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Apple leakt sich zum wiederholten Mal selbst – und es ist durchaus erstaunlich, was da vermutlich noch im Herbst auf uns zukommen wird: Am Dienstag wurde bekannt, dass der iPhone-Hersteller am baldigen Release einer neuen AirPods-Pro-Baureihe arbeitet, die zum allerersten Mal überhaupt mit einer integrierten Kamera ausgestattet sein soll. Gerüchte darüber gibt es schon seit Monaten, allein: Viele Beobachter wollten es nicht so recht glauben, denn diese Hardware könnte Debatten lostreten, die dem gut gepflegten Apple-Image als Bewahrer von Datenschutz und Privatsphäre entgegenlaufen.
Bereits bekannt ist so viel: Das Unternehmen kombiniert die enorm beliebten ANC-Ohrstöpsel – von denen man eher nicht erwarten würde, dass sie die bildliche Umgebung aufnehmen – mit einem bildgebenden KI-System. Laut einem Set-up-Video und weiterer Angaben, die in der Release-Candidate-Version von macOS 26.7 mit etwas Suchaufwand zu finden sind, kann man mit dieser neuen AirPods-Pro-Generation die Funktion Visual Intelligence und vermutlich auch Siri AI (zunächst nicht in der EU verfügbar) nutzen.
Als Beispiel dient ein Buch, das man anschauen und auf Befehl dann „abspeichern“ kann. Denkbar ist weiterhin, dass man seine AirPods künftig zur Umgebung befragt, wie man das von Visual Intelligence über die iPhone-Kamera kennt. „Wie heißt dieses Gebäude?“ oder „Wie wasche ich diesen Pullover?“ wären mögliche Beispiele. Ich frage mich, ob Apple hier wirklich nachgedacht hat, was Kameratechnik in AirPods bedeutet. Es mag bequem sein, sich Dinge in der Umgebung schnell merken zu können. Doch die Angst, die man dadurch bei seinen Mitmenschen verursachen könnte, wiegt die Bequemlichkeit für den Einzelnen keineswegs auf.
Auch wenn Apple angeblich nicht vorhat, die Kamerafunktion auf echte Fotografie oder echtes Filmen zu erweitern, sondern nur KI-Dienste implementieren möchte: Es ist gruselig, sich vorzustellen, dass jeder Mensch mit AirPods auch gleich eine Minikamera mit sich herumträgt, während er oder sie die Umgebung betrachtet. Hat der Konzern, der aus dem Privatsphärenschutz ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut hat, von anderen IT-Firmen nichts gelernt? Fürchtet er nicht, lange erworbenes Vertrauen zu verspielen, sollte die Funktion etwa eine Sicherheitslücke enthalten (deren Schlagzahl dank KI stetig zunimmt), über die Echtdaten geleakt werden?
Metas Ray-Ban-Brillen mit integrierter Kamera verkaufen sich Herstellerangaben zufolge gut – und die Motive der Käuferinnen und Käufer scheinen nicht immer koscher zu sein. So gibt es einen großen Trend auf Instagram und TikTok, andere Menschen ohne ihr Wissen zu filmen, um daraus dann Schock-Content zu produzieren. Stalker und andere Kriminelle nutzen Methoden, die Filmanzeige zu unterbinden, sodass die Geräte harmlos ausschauen wie vollständig analoge Brillen. Es ist zudem ohne weiteres vorstellbar, dass Meta eines Tages auch die technisch problemlos umsetzbare Gesichtserkennung implementiert, mit der dann quasi niemand für einen Brillenträger anonym wäre.
Mac & i-Redakteur Ben Schwan schreibt seit 1994 über Technikthemen und richtet sein Augenmerk mittlerweile insbesondere auf Apple-Geräte. Er mag das Design von Mac, iPhone und iPad und glaubt, dass Apple nicht selten die benutzerfreundlicheren Produkte abliefert. Immer perfekt ist die Hard- und Software-Welt aus Cupertino für ihn aber nicht.
Bei all diesen Dingen kann man sagen: Ja, das passt – ist ja Meta, der Datenkonzern, der immer wieder Privatsphärenskandale verursacht. Das US-Unternehmen lebt von unseren Informationen und verkauft sie meistbietend an die Werbeindustrie,