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Apples Dienstgeschäft: iPhone-Hersteller spürt Effekte der Regulierung
Apple einigte sich nach eigenen Angaben mit der EU-Kommission auf neue Regeln für den App Store. Internationaler Regulierungsdruck könnte eine Rolle spielen.
Die Umsätze in Apples Dienstleistungssparte kannten lange nur eine Richtung: steil nach oben. Und eine besondere Rolle spielte dabei der App Store mit In-App-Einkäufen und Abos. Doch die jüngsten Quartalszahlen trübten erstmals den Ausblick – mit 30,7 Milliarden US-Dollar blieb der Konzern unter den von Analysten erwarteten 31,4 Milliarden. Apple selbst räumte ein, dass regulatorische Vorgaben das Geschäft zunehmend belasten. Möglicherweise war Apple auch deshalb daran gelegen, jetzt mit der Europäischen Union eine Einigung zu finden.
In der jetzt bekannt gewordenen Einigung mit der EU-Kommission, die zum 1. Oktober 2026 in Kraft tritt, bringt sich Apple unter anderem bei In-App-Käufen erstmals auch neben alternativen Zahlungsmitteln ins Spiel. Eine Pflicht, In-App-Käufe über Apple immer anzubieten, konnte der iPhone-Hersteller in der EU nicht durchsetzen. Den Verbraucher freut es trotzdem: Er hat künftig öfter die Wahl, auf welchem Wege er zahlt. Das erinnert ein wenig an den Anmelde-Button, den Apple als Alternative zu dem Login via Google und Facebook anbietet.
Apples Finanzchef Kevan Parekh nannte bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen Wechselkurseffekte und geänderte App-Store-Regeln als Belastungsfaktor. Laut den Marktforschern von Sensor Tower trifft es Apple angeblich sogar in seinem Heimatmarkt, den USA. Die Verbraucherausgaben im App Store seien dort im Q2 um 6 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden noch 9 Prozent Plus verzeichnet. Die Marktbeobachter von Appfigures erklärten laut Financial Times, Apples US-Provisionseinnahmen seien bislang um 18 Prozent geschrumpft. Auch global sei das Wachstum gedämpft. Statt eines satten Plus von 13 Prozent wie im Vorjahr stiegen die Ausgaben nur noch um 3 Prozent. Rückgänge seien auch in den neu regulierten Märkten Brasilien und Japan zu sehen.
In den USA dürfte Apple vor allem vom Gerichtsurteil zugunsten von Epic Games betroffen sein. Das Gericht befand, dass Apple es Entwicklern erlauben müsse, Nutzer provisionsfrei auf alternative Zahlungswege außerhalb des App Stores hinzuweisen. Ähnliche Zugeständnisse machte Apple bereits in China: Dort senkte der Konzern die App-Store-Provision freiwillig, bevor die Marktaufsicht eingreifen konnte.
Apple sträubt sich nach eigener Aussage wegen Sicherheitsbedenken gegen Regulierungsgesetze wie den Digital Markets Act (DMA) in der EU und ähnliche Vorhaben in Großbritannien und Australien. Das Unternehmen befürchtet, dass seine Kunden in einer komplexer werdenden Landschaft leichter Betrügern zum Opfer fallen können.
Apples Antwort in Europa war anfangs ein engmaschiges Netz an Vorgaben, wer zum Beispiel überhaupt als Anbieter alternativer App-Marktplätze in Erscheinung treten darf. Auch komplexe Gebührenstrukturen und Warnhinweise im Betriebssystem sollten dazu beitragen, dass die Kunden zumindest für Gefahren sensibilisiert werden, wenn Apple sie schon nicht davor schützen kann – so die Lesart des Unternehmens. Kritiker und Mitbewerber witterten dagegen den Versuch, den Wettbewerb durch Umständlichkeit zu verhindern.
In dem jetzt eingeschlagenen neuen kooperativen Kurs in der EU konnte Apple durchsetzen, dass eine alternative Zahlungsabwicklung innerhalb der App mit einer Gebühr von 20 Prozent (10 Prozent bei ermäßigten Programmen) zu Buche schlägt. Bei externen Weblinks zum Kauf werden 15 Prozent Provision fällig (10 Prozent ermäßigt). Die EU-Kommission hat sich bislang zur Einigung noch nicht geäußert.
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