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Xiaomi: Speicherpreise und schwache Nachfrage drücken den Gewinn
von Carsten Knobloch
20. Aug. 2026 |
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Xiaomi hat Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, und die fallen deutlich schlechter aus als im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn sackte laut Nikkei Asia im Zeitraum bis 30. Juni um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan (ca. 745 Millionen Euro). Der Umsatz lag bei 108,9 Milliarden Yuan (ca. 13,1 Milliarden Euro), ein Rückgang um 6,1 Prozent und damit ziemlich genau auf Höhe der Analystenschätzungen.
Die Gründe nennt Xiaomi in seiner Mitteilung an die Hongkonger Börse selbst: nachlassende Nachfrage nach Geräten, steigende Preise für Speicherchips und härterer Wettbewerb. Die Bruttomarge der Smartphone-Sparte rutschte auf 8,5 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahresquartal.
Der Speicherpreis ist dabei der Kern des Problems. Der Bauboom bei KI-Rechenzentren saugt einen erheblichen Teil der weltweiten Speicherproduktion ab und treibt die Preise nach oben. Xiaomi hat Anfang des Monats einige Smartphones teurer gemacht, bereits die dritte Preisrunde in diesem Jahr.
Präsident Lu Weibing gab sich in der Earnings-Runde trotzdem zuversichtlich: Die Speicherpreise würden im zweiten Halbjahr weiter steigen, aber nicht mehr so heftig, und die schwierigste Phase sei bald überstanden. Das Geschäft befinde sich in einer „sichtbaren, kontrollierbaren Phase“. Nun ja, mal abwarten.
Bei den Elektroautos läuft es ebenfalls zäher als geplant. Der Umsatz der EV-Sparte kletterte um 16 Prozent auf 23,9 Milliarden Yuan (ca. 2,9 Milliarden Euro), doch die Verluste aus EV, KI und weiteren neuen Geschäftsfeldern summieren sich auf 2,6 Milliarden Yuan (ca. 310 Millionen Euro), nach 300 Millionen Yuan (ca. 36 Millionen Euro) im Vorjahr. Eine separate Aufschlüsselung für das Autogeschäft gibt es nicht.
Wie andere chinesische Hersteller schaut Xiaomi deshalb ins Ausland und will seine Autos im nächsten Jahr weiter nach Europa bringen. Parallel wird in KI und Robotik investiert, ein selbst entwickelter humanoider Roboter soll im eigenen Autowerk beim Verschrauben eine Erfolgsquote von 98 Prozent erreichen.
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