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Britische Regierung bestätigt Cyberattacke auf Kraftwerk
Für vier Tage haben Angreifer in Großbritannien ein Kraftwerk abgeschaltet. Die Behörden warnen und besänftigten zugleich.
Am Wochenende hat die britische Regierung Medienberichte über eine erfolgreiche Cyberattacke auf ein Kraftwerk im Vereinigen Königreich bestätigt. Zu den mutmaßlichen Identitäten der Angreifer, der Motivation und auch dem Standort der Anlage gibt es keine offiziellen Angaben. Bemerkenswert sind folglich nicht nur der Angriff an sich, sondern auch der aktuelle Umgang der Behörden damit.
Zuerst hatte am Samstag die Tagezeitung Telegraph exklusiv berichtet. Demnach kam es im Juli 2026 zu Cyberangriffen in den USA und Großbritannien. Dabei wurde auch ein nicht genauer benanntes Kraftwerk im Vereinigten Königreich so getroffen, dass es für vier Tage vom Netz gehen musste. Es soll sich um eine kleinere Anlage gehandelt haben, sodass die allgemeine Stromversorgung nicht gefährdet wurde.
Dass es den Vorfall gab, hat danach am Sonntag auch die britische Regierung bestätigt, wie die Financial Times (FT) berichtet. Die Cyberabwehrbehörde National Cyber Security Centre (NCSC), eine Abteilung des britischen Geheimdienstes GCHQ, soll vor und nach dem Angriff die Betreiber kritischer Infrastruktur über eine akute Bedrohungslage informiert haben. Diese soll seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Februar bestehen. Dass es sich bei den Cyberakteuren, die den Kraftwerksausfall verursacht haben, um iranisch motivierte Kriminelle handeln soll, gaben die Behörden jedoch nicht an. Der Telegraph macht in seinem ersten Bericht ausdrücklich den Iran verantwortlich.
Ein Sprecher der Regierung sagte der FT auch, dass die betroffene Anlage so klein gewesen sei, dass deren Ausfall sogar noch unter die Schwelle für entsprechenden Meldevorschriften gefallen sei. Diese Zeitung zieht auch eine unmittelbare Parallele zu Attacken aus dem Juli auf die Wasserversorgung in den USA. Dafür wird laut FT eine iranische Gruppe namens „CyberAv3ngers“ verantwortlich gemacht, die von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert werden soll. Diese Personen sollen sich auf speicherprogrammierbare Steuerungen spezialisiert haben, wie sie in Kraftwerken und anderen Versorgungseinrichtungen zum Einsatz kommen. Weitere technische Details zu den Attacken gaben weder die britischen Medien noch die Behörden bisher preis.
Dass neben den USA auch das Vereinigte Königreich derzeit besonders im Fokus mutmaßlich staatlicher Cyberangreifer steht, ist offensichtlich. Großbritannien gilt seit jeher als engster Verbündeter der Vereinigten Staaten. Auf Ebene der Geheimdienste, die bei der aktuellen Aufklärung eine entscheidende Rolle spielen, sind USA und UK neben Australien, Kanada und Neuseeland im Verbund der „Five Eyes“ gemeinsam organisiert.
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