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Twitch: Streamer verklagt Amazon wegen KI-Training mit seinen Streams
Amazon nutzt Twitch-Inhalte standardmäßig für KI-Training. Ein Streamer aus Connecticut hat deshalb Sammelklage gegen Twitch und Amazon eingereicht.
Ein Twitch-Streamer aus dem US-Bundesstaat Connecticut hat Twitch und Amazon wegen des KI-Trainings mit seinen Streams verklagt, berichtet Courthouse News. Der Streamer Warren Pandiscia hat die Sammelklage am Donnerstag beim Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht.
Amazon und Twitch hätten Millionen Videos kopiert, um damit Amazons KI-Modelle zu entwickeln, heißt es in der 37-seitigen Klageschrift, die Courthouse News veröffentlicht hat. Anstatt Lizenzen zu verhandeln oder um Erlaubnis zu fragen, hätten die beiden Unternehmen die Streams und Videos der Plattform als Datensatz für kommerzielle KI-Produkte verwendet. Der Streamer hätte früher widersprochen, wenn Twitch das offengelegt hätte, gibt Pandiscia laut Courthouse News an. Die Inhalte seien bereits seit 2024 für das Training von KI-Modellen genutzt worden.
Pandiscia stützt seine Klage unter anderem auf die Verletzung von Vertragspflichten, auf ungerechtfertigte Bereicherung und auf unlautere Geschäftspraktiken. Er fordert Schadenersatz und eine gerichtliche Unterlassungsanordnung. Amazon und Twitch haben sich zu der Klage bislang nicht geäußert.
Anlass für die Klage ist eine Änderung, die Twitch Mitte August bekannt gegeben hatte: Seither gibt es in den Kontoeinstellungen einen Schalter namens „Training für generative KI“, mit dem sich die Verwendung eigener Kanalinhalte für Amazons generative Modelle abschalten lässt. Der Schalter ist standardmäßig aktiviert. Amazon nutzt Streams, Aufzeichnungen, Clips, Chatverläufe sowie Bilder und Texte für das Training von KI-Modellen.
Selbst wenn man diese Nutzung deaktiviert, stößt man an Grenzen: Der Einspruch wirkt nur für künftiges Training, bereits verwendetes Material holt er nicht zurück. Und wer im Kanal einer anderen Person schreibt, fällt unter deren Einstellung. Twitch-Produktchef Mike Minton hatte die Voreinstellung in einem Livestream ungewöhnlich offen begründet. „Wenn es Opt-in wäre, würde das keiner machen. Das ist die ehrliche Antwort“, sagte er auf eine Zuschauerfrage.
Klagen von Videoproduzenten gegen KI-Training sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Vor demselben Gericht in Kalifornien läuft seit April eine Sammelklage von drei YouTube-Kanälen gegen Apple, das ohne Erlaubnis Millionen Videos für sein Modelltraining abgegriffen haben soll.
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