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Späteres Frühstück ist mit höherem Sterberisiko verbunden
Menschen, die ihre erste Mahlzeit erst spät am Tag einnahmen, hatten in einer großen US-Kohorte ein höheres Sterberisiko und eine kürzere statistisch geschätzte Lebenserwartung. Auch frühere oder sehr späte letzte Mahlzeiten waren mit höherer Sterblichkeit verbunden, doch die Beobachtungsstudie zeigt nur Zusammenhänge und belegt nicht, dass veränderte Essenszeiten das Leben verlängern.
Wuhan (China). Wann wir essen, könnte neben Auswahl und Menge der Nahrung für die Gesundheit eine Rolle spielen, denn Stoffwechselprozesse folgen einer inneren Uhr und auch die Nahrungsaufnahme wirkt als zeitliches Signal. Frühere Untersuchungen deuten deshalb darauf hin, dass spätes Essen oder zeitlich begrenzte Essensphasen den Stoffwechsel unterschiedlich beeinflussen können.
Forscher der Huazhong University of Science and Technology (HUST) um Prof. Zhilei Shan haben nun untersucht, wie der Zeitpunkt der ersten und letzten Mahlzeit sowie die tägliche Essensspanne mit Sterblichkeit und Lebenserwartung zusammenhängen. Anders als bei einer Interventionsstudie erhielten die Teilnehmer dabei keine Vorgaben für ihre Essenszeiten, sondern wurden anhand ihrer bereits bestehenden Gewohnheiten verglichen.
Für die Kohortenanalyse nutzte das Team Daten von 31.044 Erwachsenen ab 40 Jahren aus der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey aus den Jahren 1999 bis 2018. Aus einer 24-Stunden-Ernährungsbefragung ermittelten die Forscher den Zeitpunkt der ersten und letzten Nahrungsaufnahme sowie das sogenannte Essensfenster zwischen beiden Zeitpunkten.
Diese Angaben verknüpften sie mit der späteren Sterblichkeit, wobei während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,6 Jahren insgesamt 7.129 Todesfälle registriert wurden. Dadurch ließ sich prüfen, ob bestimmte Essenszeiten statistisch häufiger mit Todesfällen insgesamt und mit Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden waren.
Besonders deutlich war der Zusammenhang bei der ersten Mahlzeit, wobei Menschen mit einer ersten Nahrungsaufnahme zwischen 7 und 8 Uhr als Referenz dienten. Bei einer ersten Mahlzeit zwischen 8 und 10 Uhr lag das relative Sterberisiko um zehn Prozent höher, zwischen 10 und 12 Uhr um 19 Prozent und nach 12 Uhr um 29 Prozent.
Auch für die letzte Mahlzeit zeigte sich kein einfaches Prinzip nach dem Motto je früher, desto besser. Verglichen mit einer letzten Mahlzeit zwischen 19 und 20 Uhr war eine letzte Nahrungsaufnahme vor 19 Uhr mit einem um 13 Prozent höheren relativen Sterberisiko verbunden, während Essen nach Mitternacht mit einem um 27 Prozent höheren relativen Risiko einherging. Ähnliche Zusammenhänge fanden die Autoren für die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit.
Bei der Länge des Essensfensters ergab sich dagegen kein einheitliches Muster, denn der Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit hing davon ab, wann die erste Mahlzeit des Tages stattfand. Die Ergebnisse sprechen daher nicht dafür, dass ein möglichst kurzes tägliches Essensfenster unabhängig von seiner zeitlichen Lage automatisch günstiger ist.
Die Forscher berechneten zusätzlich die statistisch erwartbare Lebensdauer ab einem Alter von 50 Jahren. Für Menschen, deren erste Mahlzeit erst nach 12 Uhr lag, war die geschätzte Lebenserwartung im Mittel 2,46 Jahre kürzer als in der Referenzgruppe, wobei das 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,61 bis 4,28 Jahren reichte.
Bei einer letzten Mahlzeit nach Mitternacht ergab sich gegenüber der Referenzzeit zwischen 19 und 20 Uhr eine um durchschnittlich 2,35 Jahre kürzere geschätzte Lebenserwartung, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,82 bis 5,14 Jahren. Solche Modellwerte beschreiben Unterschiede zwischen Gruppen und erlauben keine Vorhersage darüber, wie viele Lebensjahre eine einzelne Person durch eine bestimmte Essenszeit gewinnt oder verliert.