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Desktop-CPU-Lieferungen „lassen sich am besten als miserabel beschreiben“
Die Verkaufszahlen von Desktop-Prozessoren sind im zweiten Quartal eingebrochen. Notebooks geht es überraschend gut.
Der befürchtete Einbruch bei der Verfügbarkeit und damit den Verkäufen von Client-Prozessoren hat sich im zweiten Quartal nur teilweise bewahrheitet: Desktop-CPUs sind im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent eingebrochen, Notebook-Modelle sollen dagegen unerwartet moderat zugelegt haben.
Darüber berichtet der Marktbeobachter Mercury Research. Demnach soll insbesondere Intel mehr Mobilprozessoren als erwartet in den Handel entlassen haben. Von einem Zuwachs mehrerer Millionen Exemplare verglichen mit dem ersten Quartal ist die Rede. Mit dem gleichzeitigen Rückgang bei Desktop-PCs dürften Notebooks 80 Prozent Client-Marktanteil überschreiten. Die Desktop-CPU-Lieferungen „lassen sich am besten als miserabel beschreiben“, heißt es.
Zuvor wurde ein Rückgang auch bei Notebooks erwartet, weil AMD und Intel Produktionskapazitäten teilweise zu Servern verschoben haben. Dort ist die Nachfrage seit dem Aufkommen von CPU-hungrigen KI-Agenten besonders hoch. Mercury sieht bei Server-CPUs ein Jahreswachstum von fast 20 Prozent.
Der Marktbeobachter vermutet, dass Desktop-PCs nicht nur wegen der CPU-Verfügbarkeit abgesackt sind. Auch steigende Komponentenpreise und die schlechter werdende Verfügbarkeit von High-End-Grafikkarten könnten beigetragen haben. Bei Notebooks könnte sich der Mangel schlicht in die zweite Jahreshälfte verschieben.
Vor allem bei traditionellen Servern zeigt sich AMD weiter stark. Zählt man ausschließlich Epyc gegen Xeon SP, landet AMD bei 46,4 Prozent Marktanteil. Das sind 9,2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Mit Netzwerkprozessoren und Storage-Systemen eingerechnet, kommt AMD immerhin auf 34,5 Prozent.
Auch in allen anderen Segmenten gewinnt AMD Marktanteile. Bei Desktop-PCs brachen AMDs Verkäufe nicht so stark ein wie die von Intel. Bei Notebooks steht die Firma vor allem im Jahresvergleich mit einem Plus von 8,3 Prozentpunkten gut dar. Das liegt offenbar vor allem an AMDs Schwäche bei Business-Geräten vor einem Jahr. Laut Mercury knackt AMD zum ersten Mal in der Firmengeschichte 30 Prozent Client-Marktanteil.
Bei ARM-Prozessoren warnt Mercury weiterhin vor weniger zuverlässigen Zahlen. Schätzungsweise soll der Client-Marktanteil gegenüber x86-Modellen bei 15,3 Prozent liegen. Sowohl Apples MacBooks als auch Chromebooks sollen beliebt sein. ARMs Gesamt-Marktanteil inklusive Servern schätzt der Marktbeobachter auf 13,6 Prozent.
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