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Wie tief steckt VW in der Krise?
Beim Autobauer Volkswagen hat die Serie von Betriebsversammlungen begonnen, in denen es um die Sparpläne geht. Was steht dabei zur Debatte? Und warum kämpft der Konzern überhaupt mit so massiven wirtschaftlichen Problemen?
Für die Krise beim Autobauer VW gibt es aus Sicht von Experten mehrere Gründe. Zunächst ein Blick auf die Absatzzahlen: In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte Volkswagen einen Umsatz von 158 Milliarden Euro. Das waren rund 300 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn ging um fast zwölf Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück. Der Überschuss sank von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2025 hatte Europas größter Autobauer noch 2,3 Milliarden Euro verdient.
VW-Chef Oliver Blume nannte für die sich verschärfende, wirtschaftliche Lage des Konzerns gleich mehrere Gründe: die von den USA erhobenen Zölle auf Auto-Importe, der Absatzeinbruch auf dem chinesischen Markt mit starkem Preisverfall, geopolitische Konflikte wie etwa im Nahen Osten und den immer härteren Wettbewerb in Europa sowie umfangreiche Regulierungen.
Und der Konzernchef räumt selbst ein, VW als Unternehmen sei "überdimensioniert". Eine Sichtweise, die auch Helena Wisbert teilt. Sie ist Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia Hochschule in Wolfsburg. Anders als bei der Produktion von VW in China "gibt es in Wolfsburg sehr viele Abstimmungschleifen - da gibt es die technische Entwicklung, die einzelnen Marken, die Ansprüche haben, und dann gibt es noch das Software-Unternehmen CARIAD", mit dem ebenfalls Produktionsprozesse abgestimmt werden müssten, sagt die Expertin im Interview mit dem ARD-Morgenmagazin. Und diese übermäßige Organisation innerhalb des eigenen Unternehmens sei für VW zum Hemmnis geworden.
Ein weiterer Faktor: der schwierige Umstieg vom Verbrenner hin zur Elektromobilität. Denn ein Elektroauto sei kein normales Auto mit einem Elektromotor, sondern eine "Softwareplattform auf Rädern", wie Branchenkenner Philipp Raasch im Gespräch mit dem NDR ausführt:
"Den Schritt in diese softwaredefinierte Welt hat Volkswagen nicht geschafft und kauft diese technologischen Kompetenzen mittlerweile ein - allerdings nicht in Europa, sondern explizit in China und den USA", führt er aus. Insgesamt sei es dem deutschen Automarkt nicht schnell genug gelungen, sich auf einen Markt auszurichten, der immer stärker von Zukunftstechnologien wie Software, künstlicher Intelligenz und Batterie definiert werde.
Wer gute E-Autos bauen will, braucht Software-Know-how. Das fehle Volkswagen, sagte Branchenkenner Philipp Raasch auf NDR Info.
ndr
Dass bei Volkswagen Stellen gestrichen werden, steht bereits fest. Schon 2024 gab das Unternehmen bekannt, dass bis 2030 rund 50.000 Stellen abgebaut werden sollen. Doch im Juni folgte der Schock - denn es könnten deutlich mehr Jobs wegfallen als ursprünglich geplant. VW gab an, dass zusätzlich zu dem geplanten Stellenabbau weltweit nochmal bis zu 50.000 Jobs gestrichen werden könnten.
In Deutschland steht die Schließung von vier Werken im Raum - an den Standorten Hannover, Emden, Zwickau - und in Neckarsulm könnte es das Audi-Werk treffen. Beschlossen ist aber noch nichts. Die Konzernspitze fand im Aufsichtsrat keine Mehrheiten für diese Pläne. Doch fest steht: Den Werken fehlt es an Aufträgen, die aktuelle Produktion läuft zu Beginn der 2030er-Jahre aus.
Auf der ersten von insgesamt acht Betriebsversammlungen, die heute starten, betonte VW-Chef Blume nochmal die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen. "Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken", sagte Blume in seiner Rede im Wolfsburger Werk. Er führte erneut Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken an, die die gesamte Autoindustrie unter enormem Druck setzten. Der VW-Konzern habe zwar "frühzeitig gegengesteuert" und begonnen, Konzern und Marken neu auszuri