// HEISE ONLINE — MONDO
Waymo kündigt Betrieb in München an
Waymo will Ende 2027 einen fahrerlosen Taxidienst in München starten. In den kommenden Wochen beginnt die Kartierung des Straßennetzes.
Waymo will in München Fuß fassen, damit unter anderem Fußgänger auch mal die Füße hochlegen können.
Waymo wagt sich auf deutsche Straßen. Ende 2027 will der vollautonome Fahrdienst aus den USA in München starten. Damit wäre die bayerische Landeshauptstadt die erste Stadt innerhalb der EU, in der das Unternehmen einen regulären fahrerlosen Robotaxi-Dienst betreibt. München ist allerdings nicht der erste Sprung über den großen Teich für Waymo – seit April dieses Jahres bereitet die Alphabet-Tochter die Betriebsaufnahme in London, Großbritannien, vor.
Wie Waymo in seinem Blog mitteilt, sollen in den kommenden Wochen erste Fahrzeuge in München unterwegs sein – zunächst allerdings manuell gesteuert von geschulten Fachkräften, um hochauflösende Karten des Münchner Straßennetzes zu erstellen. Zudem sollen die spezifischen Verkehrsbedingungen der Stadt begutachtet werden, bevor später das autonome System „Waymo Driver“ das Steuer für kommerzielle Fahrten übernimmt. Ziel sei es, so Waymo, „den bestehenden Nah-, Rad- und Fußverkehr, der den Alltag der Menschen in München und ganz Deutschland prägt, sinnvoll zu ergänzen“.
Das Unternehmen verweist in seinem Blogbeitrag zu München auf seine bisherige Bilanz. Demnach haben Waymo-Fahrzeuge mittlerweile über 20 Millionen autonome Fahrten absolviert und mehr als 350 Millionen Kilometer vollautonom zurückgelegt. Co-CEO Tekedra Mawakana bezeichnete München als „einen der absoluten Top-Standorte für Mobilität und Technologie“. Man werde in den Aufbau eines lokalen Flottenbetriebs investieren und hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, wertete Waymos Entscheidung als Beleg dafür, dass „reguläre autonome Mobilitätsdienste in Deutschland im Regelbetrieb möglich“ seien und der Markt attraktiv sei. Der Rechtsrahmen dafür sei bereits geschaffen worden. Er unterstrich zugleich den Anspruch, autonome Mobilität „aus Europa heraus“ entwickeln zu wollen. Bayerns Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann verwies auf die Stärke des Standorts mit starken Automobilherstellern, Zulieferern und einer leistungsfähigen KI-Landschaft und kündigte an, regulatorische Hürden abbauen zu wollen.
Für den europäischen Markt hat Waymo eine eigene Informationsseite für Deutschland eingerichtet. Dort können sich Interessierte über das Projekt informieren und auch Antworten auf Frequently Asked Questions finden – etwa, ob Waymo als Alphabet-Tochter Daten an Google weitergibt.
Neben Waymo haben auch der Fahrdienstevermittler Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains jüngst ein gemeinsames Robotaxi-Programm für München angekündigt. Das hatten die Unternehmen auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh erklärt.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.