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SpaceX plant gigantischen Starship-Raumhafen in Louisiana
SpaceX will an der Golfküste Louisianas einen neuen Großstandort für seine Starship-Raketen errichten. Für die „Starbase Louisiana“ nennt das Unternehmen eine Investition von 100 Milliarden US‑Dollar. Geplant sind zehn Startrampen sowie eigene Anlagen für Treibstoff, Energie und Fahrzeugabfertigung. Erste Starts stellt SpaceX für 2029 in Aussicht.
Pecan Island (U.S.A.). Bisher konzentriert SpaceX seine Starship-Testflüge auf die Starbase im Süden von Texas. Nun soll im Vermilion Parish ein deutlich größerer Standort hinzukommen. Auf rund 125.000 Acres, umgerechnet etwa 50.600 Hektar, plant das Unternehmen eine weitgehend eigenständige Startbasis an der Küste Louisianas. Die Anlage soll ausschließlich auf den Ausbau des Starship-Betriebs zugeschnitten sein.
Louisiana Economic Development (LED) und SpaceX stellten das Vorhaben am 25. August 2026 gemeinsam vor. Der Bundesstaat bezeichnet die angekündigten 100 Milliarden US-Dollar als historische Investitionssumme. SpaceX-Präsidentin und Chief Operating Officer Gwynne Shotwell stellte die Starbase Louisiana als langfristig angelegten Ausbau der Startkapazitäten vor.
Nach den veröffentlichten Planungen soll die Starbase Louisiana fünf Startkomplexe mit jeweils zwei Rampen erhalten. Hinzukommen sollen Anlagen zur Herstellung von Raketentreibstoff, eine eigene Stromerzeugung, Einrichtungen zur Vorbereitung der Starships sowie Wohnraum für Beschäftigte und ihre Familien. Reuters und der Lokalsender WBRZ berichten zudem über einen Tiefwasseranschluss für Schiffstransporte und einen geplanten Flughafen.
SpaceX will damit langfristig Tausende Starship-Flüge pro Jahr ermöglichen. Diese Größenordnung ist bislang jedoch ein Ziel des Unternehmens und keine bereits nachgewiesene Betriebsleistung. Starship befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Der Standort in Texas ist derzeit die einzige aktive Starship-Startbasis, während SpaceX zusätzliche Anlagen in Florida baut. Auch für Louisiana bleiben technische Fortschritte und behördliche Genehmigungen Voraussetzungen für die angekündigte Startfrequenz.
Der Bau soll 2027 beginnen. Den ersten Start von Louisiana aus strebt SpaceX nach eigenen Angaben bereits für 2029 an. Für den Bundesstaat ist der Zeitplan auch wirtschaftlich bedeutsam. LED rechnet innerhalb von zehn Jahren mit 3.000 direkten neuen Arbeitsplätzen und einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 92.600 US-Dollar. Hinzukommen sollen nach Schätzung der Behörde mehr als 8.100 indirekte Stellen.
„Heute ist nichts weniger als ein Moment des Wandels“, sagte Louisianas Gouverneur Jeff Landry.
Der Standort liegt in einer von Feuchtgebieten geprägten Küstenregion bei Pecan Island. Damit verbindet sich ein Konflikt zwischen dem geplanten Ausbau der Raumfahrtinfrastruktur und dem Schutz einer ökologisch sensiblen Landschaft. Reuters beschreibt das Gebiet als wichtigen Lebensraum für Zugvögel. Die Associated Press (AP) berichtet zugleich über Kritik von Umweltschützern, die einen transparenten öffentlichen Prüfprozess für das Großprojekt fordern.
„Es wird in gewisser Weise den Großteil unseres Lebensraums zerstören. Ich würde dieses kleine Stück Paradies nur ungern verlieren“, sagte Anwohner Craig Petris.
SpaceX kündigt an, große Teile des Areals ohne Infrastruktur zu belassen und Maßnahmen zum Schutz sowie zur Wiederherstellung von Marschland und Küste zu unterstützen. Das Unternehmen hat nach Angaben von LED bereits Gespräche mit der zuständigen Wildtier- und Fischereibehörde sowie der Küstenschutzbehörde Louisianas aufgenommen. Welche Auflagen für Bau und späteren Flugbetrieb gelten werden, ist damit noch nicht abschließend entschieden.