// EUROGAMER.DE — GAMING
Sound of Gaming: „Alles klingt besser als dein TV“ – Warum Hi-Fi und Games endlich zusammenfinden sollen
Mit Sound of Gaming bringt Michael Schulz klassische Hi-Fi-Hersteller auf die Gamescom. Im Interview erklärt er, weshalb guter Klang keine 5.000 Euro kosten muss.
Bild und Ton gehören bei Videospielen seit jeher zusammen. Schon Pong quittierte jede Ballberührung mit einem charakteristischen Geräusch. Heute entstehen Spielmusik und Sounddesign mit einem Aufwand, der großen Filmproduktionen kaum noch nachsteht. Zu hören bekommt man davon allerdings häufig nur das, was die eingebauten Lautsprecher des Fernsehers übrig lassen.
The Sound of Gaming ist eine von konsolenfan.de initiierte Plattform, die Gaming und hochwertige Audiotechnik zusammenbringen will. Seit 2023 arbeitet das Projekt mit der High End Society zusammen und betreut auf deren Hi-Fi-Messe HIGH END die Gaming Zone. Auf der Gamescom 2026 geht The Sound of Gaming nun den umgekehrten Weg und bringt gemeinsam mit Herstellern wie Canton, ELAC, Genelec und Yamaha klassische Hi-Fi-Technik zu den Spielern.
Sound of Gaming möchte auf der Gamescom zeigen, dass es besser geht und dafür weder ein Studium der Elektrotechnik noch ein fünfstelliges Budget braucht. Am Stand in Halle 10.1 präsentieren Hersteller wie Canton, ELAC, Yamaha, Genelec und Clearaudio verschiedene Lautsprecher- und Audiosysteme. Wir haben mit Gründer Michael Schulz darüber gesprochen, weshalb Gaming und Hi-Fi so lange getrennte Wege gingen.
Schulz beschäftigt sich seit fast 25 Jahren auf seiner Website Konsolenfan.de mit Videospielen. Angefangen habe alles mit seiner eigenen Sammlung, doch der Klang spielte für ihn schon früh eine ebenso wichtige Rolle. Bereits Super Nintendo und Mega Drive ließ er über eine umgebaute Scartleiste an seiner Stereoanlage laufen.
Aus dieser Begeisterung entstand schließlich die Idee, Hi-Fi und Gaming gezielt zusammenzubringen. Für Schulz ist das keine künstliche Verbindung, sondern eine längst überfällige Annäherung: „Das sind Dinge, die von Beginn an zusammengehören: guter Klang und gute Videospiele.“
Die Hi-Fi-Branche habe Gaming dennoch lange kaum wahrgenommen. Solange das Geschäft gut lief, bestand offenbar wenig Anlass, sich um neue Zielgruppen zu bemühen. Inzwischen hat sich das geändert: Die Kundschaft wird älter, viele langjährige Käufer sind längst gut ausgestattet und sehen entsprechend wenig Grund, noch einmal tief in neue Technik zu investieren.
Die High End Society wandte sich deshalb an Schulz und fragte ihn, wie die Branche ein jüngeres Publikum erreichen könne. Seit 2023 arbeitet er als Kooperationspartner der High End, Europas größter Hi-Fi-Messe. Nach mehreren gemeinsamen Auftritten folgt nun erstmals ein eigener Stand auf der Gamescom.
Der Begriff Hi-Fi löst bei vielen Spielern zunächst Gedanken an schwere Verstärker, unzählige Kabel und Preise aus, für die man auch einen anständigen Gebrauchtwagen bekäme. Schulz kennt dieses Problem selbst. In Fachgeschäften habe er häufiger den Satz gehört, unter 5.000 Euro beginne kein echtes Hi-Fi.
Seine Antwort fällt eindeutig aus: „Das ist völliger Schwachsinn.“ Zahlreiche Hersteller böten kleine Soundbars, Regallautsprecher und kompakte Aktivsysteme zu deutlich niedrigeren Preisen an. Schon eine einfache Soundbar könne den eingebauten Lautsprecher eines Fernsehers weit hinter sich lassen.