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Nvidia will bald 100 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz knacken
Die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz ist nah, in drei Monaten will Nvidia sie knacken. Das Börsenpendel schwingt ins Plus.
Nvidia wächst unentwegt. Inzwischen steht das Unternehmen bei 96,2 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz in den drei Monaten bis 26. Juli. Das war das zweite Quartal Nvidias Finanzjahr 2027. Der Umsatz entspricht 18 Prozent mehr als in den drei Monaten zuvor und 106 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen wächst, weil Chipauftragsfertiger TSMC kontinuierlich seine Produktionskapazität ausbaut und Nvidia höhere Preise verlangen kann.
Weil die Produktionsmenge stets ausgebucht ist, sind die Vergleiche zum unmittelbar vorangegangenen Quartal interessanter als die üblichen Jahresstabstandsvergleiche, weshalb sich die folgenden Vergleichswerte auf das erste Quartal des Finanzjahres 2027 beziehen. Der Betriebsgewinn steigt laut Bekanntgabe Mittwochabend auf 63,7 Milliarden US-Dollar, ein Quartalsplus von 19 Prozent und Jahresplus von 124 Prozent. Lediglich bei Vorsteuergewinn und Nettogewinn hat Nvidia zuletzt fast gar nicht zugelegt. Dafür gibt Nvidia 71,5 Milliarden beziehungsweise 59,7 Milliarden US-Dollar an, jeweils ein Plus von circa zwei Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal.
Das liegt an geringeren Papiergewinnen aus Beteiligungen und Kapitalanlagen: Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 (Ende Januar bis Ende April) verbuchte Nvidia da fast 16 Milliarden US-Dollar, primär aufgrund der enormen Wertsteigerung der Intel-Beteiligung. Für das letzte Quartal nennt Nvidia „nur noch“ knapp 7,8 Milliarden Buchgewinn. Das dürfte etwa an der Anthropic-Beteiligung liegen. Das Start-up ist zwar nicht an der Börse, allerdings stieg der Bilanzwert durch eine private Finanzierungsrunde.
In den nicht nach anerkannten Buchhaltungsregeln erstellten „Non-GAAP“-Zahlen nennt Nvidia 54 Milliarden US-Dollar Nettogewinn und damit 18 Prozent sequenzielles Wachstum. Die Bruttomarge verweilt bei hohen 75 Prozent. Der operative Cashflow hat sich in dem Zeitraum allerdings mehr als halbiert, von 50,3 Milliarden auf 24,1 Milliarden US-Dollar.
Hauptgrund sind enorme offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 22,3 Milliarden US-Dollar. Finanzchefin Colette Kress führt „verlängerte Zahlungsfristen bei umfangreichen, mehrere Quartale umfassenden Verträgen mit bestimmten Investment-Grade-Kunden“ an. Weitere 5,8 Milliarden US-Dollar Ausfluss kommen von neuen Lagerbeständen mit Vera-Rubin-Systemen. Diese befinden sich laut Nvidia jetzt in voller Serienproduktion.
Der meiste Umsatz kommt wie gewohnt von KI-Rechenzentren. 89 Milliarden US-Dollar verbucht Nvidia hier. Kleinere Betreiber (+25 Prozent) sind zuletzt stärker gewachsen als die riesigen Cloud-Hyperscaler (+13 Prozent).
GeForce-Grafikkarten führt Nvidia weiterhin nicht mehr einzeln auf. Sie sind Teil des „Edge Computing“-Umsatzes von 7,2 Milliarden US-Dollar. Sequenziell legt er um 13 Prozent zu.
Im jetzt angelaufenen dritten Fiskalquartal erwartet Nvidia 108 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Börse zeigte sich nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen zunächst zurückhaltend, eventuell aufgrund der verlängerten Zahlungsfristen.
Inzwischen ist das leichte nachbörsliche Minus in ein Plus umgeschwenkt. Es schwankt zwischen 2,5 und 4,5 Prozent. Die Umsatzaussicht ist besser als Analysten erwartet haben.